Tabu: Sextoys für Männer

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Die Palette an Vibratoren und Sexspielsachen ist groß und meistens bunt. Foto: WikiCommons (User Moderska)

Heute sprechen wir einmal ein unterrepräsentiertes Thema an: Sextoys für Männer. Ist das nicht schwul? Nein, überhaupt nicht. Doch während Vibratoren und Dildos für Frauen in den abendlichen Werbeprogrammen durch sich lasziv räkelnde Frauen beworben werden, haben Taschenmuschis und Gummipuppen einen schmuddeligen Ruf. Sexspielzeug für Männer scheint noch immer ein Tabuthema zu sein, das nicht in unser heteronormatives Weltbild passt. Dabei heißt es doch, geteilte Freude ist doppelte Freude – oder so ähnlich. Also Schluss mit dem eifersüchtigen Blick auf die Auswahl an Sexspielzeugen in den Nachtischschubladen der Ladys, liebe Herren.  Auch eure Palette an Möglichkeiten ist groß.

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Bis heute haben Frauen umsonst gearbeitet

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Frauen müssen rein rechnerisch 77 Tage länger arbeiten, um das zu verdienen, was Männer bereits 31. Dezember verdient haben. Foto: D. Schneider

Frauen müssen rein rechnerisch 77 Tage länger arbeiten, um das zu verdienen, was Männer bereits 31. Dezember verdient haben. Foto: D. Schneider

Hessen Heute am Equal Pay Day haben Frauen so viel verdient wie die Männer bereits am 31. Dezember des Vorjahres. Dabei haben sie die gleiche Ausbildung oder sogar eine bessere. Vor allem in Hessen sind die Einkommensunterschiede zwischen den Geschlechtern gravierend.

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Unisex-Toiletten, nicht nur eine Debatte für Transsexuelle

Ein Kommentar.

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Unisex-Toiletten gibt es leider noch viel zu selten. Foto: Pixabay

In Deutschland bin ich mit geschlechtsgetrennten öffentlichen Toiletten aufgewachsen. Das gab es schon im Kindergarten und der Grundschule. Gerne habe ich mich mit den Mädels auf dem Gymnasium auf die Damentoilette verzogen, um wichtige Dinge fernab von Jungsohren zu besprechen. Hinterfragt habe ich das lange nicht. Bis zu dem Moment, als Transsexuelle und Intersexuelle in mein Bewusstsein rückten. Dass diese sich oft in einer Toilettenproblematik befinden, ist längst bekannt, aber noch nicht geändert.

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Alle großen Titel gewonnen, doch niemanden interessiert es

Ein Kommentar.

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Der Frauenfußball bekommt nur wenig Aufmerksamkeit. Quelle: pixelio.de

Am Sonntag, den 06. August ist die Fußball-Europameisterschaft in den Niederlanden zu Ende gegangen. Der Gastgeber konnte nach einem packenden Finalspiel gegen Dänemark einen 4:2 Sieg feiern und somit zum ersten Mal den EM-Pokal in die Höhe strecken. Viele werden sich jetzt wahrscheinlich denken: „Stopp, es fand eine EM statt?“ Ja, obwohl das ganze Land nicht mit Deutschlandfahnen geschmückt ist und keine großen Public Viewings stattfanden, rollte tatsächlich drei Wochen der Ball über die niederländischen Fußballplätze. Weiterlesen

Milk and Honey: in wenigen Worten auf den Punkt gebracht

VORGESTELLT #Poesie

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Das Cover ist wie der Inhalt des Buches auf das Wesentliche beschränkt. Foto: Désiree Schneider

Milk and Honey ist ein Buch mit Zusammenstellungen aus Gedichten und Prosa. Die kanadische Dichterin, Autorin und Illustratorin Rupi Kaur mit indischen Wurzeln, hat mit diesem Buch Platz eins der New York Times Bestsellerliste erreicht.

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Deutschsprachiger Journalismus im Kaukasus: Vika Mirianashvili im Interview

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Die 19-Jährige macht sich Gedanken darüber, wie sie mit Journalismus die Welt verbessern kann. Foto: privat

Die 19-jährige Vika Mirianashvili aus Georgien schreibt seit sie 16 Jahre ist für die Kaukasische Post (der einzigen deutschsprachigen Zeitung im Kaukasus). Sie ging auf eine deutsche Schule und studiert jetzt in Georgien Germanistik. Sie möchte sich in Georgien, das ja gerade in den letzten Jahren immer mehr Wert auf die europäischen Werte legt, für Demokratie und Journalismus einsetzen. Deutschland ist dafür natürlich ein Vorbild. Im Sommer ist sie in München bei einem Seminar für Deutsch sprechende Journalisten aus Mittel- und Osteuropa. Mit Vierstimmig hat sie über die Sicht auf Deutschland, Georgien als westlich orientiertes Land und ihre Zukunftspläne gesprochen.

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Sexuelle Belästigung beim Feiern

Ein Erfahrungsbericht.

 

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Das Thema sexuelle Belästigung beim Feiern ist seit einiger Zeit wieder in aller Munde. Foto: Pixabay

Sexismus, ja, es gibt ihn wirklich. Als Frau Feiern zu gehen ist schon ein Erlebnis. Ich bin schon gar nicht mehr überrascht vom unangemessenen Verhalten fremder Menschen. Ich kann bestätigen, was junge Frauen berichten, sind keine Einzelfälle. Auch ich habe das schon am eigenen Leib erfahren. Auf dem „Farbgefühle Festival“ habe ich gleich zwei solche Situationen erlebt.

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Es gibt keine Schlampen, ansonsten müsste man ein männliches Pendant dazu erfinden!

Trotzdem flüstern die Köpfe: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe!“

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Was ist eigentlich eine Schlampe? Gibt es sie? Foto: Pixabay

Ein Kommentar.

„Frauen, die viele Männer haben, sind Schlampen!“, empörte sich neulich eine junge Frau im Café. Während ich auf meine Freundin wartete, war es unmöglich nicht zu hören, was die aufgebrachte Frau am Nebentisch ihrer Freundin erzählte. „Das ist doch die allgemeine Meinung über eine Frau, die nicht lebt wie eine Nonne, wenn sie in keiner Beziehung ist“, fuhr sie fort. Die Freundin probierte, die andere zu beruhigen, indem sie ihr sagte, dass sie keine Schlampe sei. Aber mich hat der Wortwechsel der Frauen nachdenklich gestimmt.

Viele würden bei dieser Aussage sicher zustimmend mit dem Kopf nicken und andere entsetzt die Augen aufreißen und sagen, dass die heutige Gesellschaft längst über solche altmodischen Vorstellungen hinweg ist. Doch wie sieht es tatsächlich aus? Natürlich macht es einen Unterschied, ob man im tiefsten Bayern fragt, oder in einer Großstadt und natürlich ist auch nicht jede Meinung gleich. Aber Fakt ist, dass längst nicht alle offen und ohne Vorverurteilung dem Thema gegenüberstehen. Was also ist eine Schlampe und gibt es sie überhaupt?

„Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“.

Schlampe ist ein Begriff, der heutzutage viel zu oft achtlos ausgesprochen wird, ohne sich mit der tatsächlichen Bedeutung zu beschäftigen. Eins ist jedoch klar, er ist eine Beleidigung, die eine Frau abwerten soll. Fragt man den Duden nach der tatsächlichen Bedeutung, findet man die Definition „unordentliche, in ihrem Äußeren nachlässige und ungepflegte weibliche Person“ zum einen und zum anderen „Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“. In den allermeisten Fällen wird sich der Begriff Schlampe wohl auf letztere Definition beziehen. Es wird allerdings sehr deutlich, wie wage sie ist, denn nirgendwo steht definiert, was in diesem Zusammenhang als unmoralisch gilt. Oft ist Moral bloß ein Ausdruck subjektiver Zustimmung oder Ablehnung. Natürlich bezieht sich Moral immer auf ein Handlungsmuster. Folgt man diesem, handelt man moralisch, wenn nicht dann unmoralisch. Doch in diesem Fall liegt der Moral keine ethische Maxime zu Grunde, die besagt, dass ein bestimmtes Verhalten eine Frau zu Schlampe macht. Die Muster sind immer noch in den Köpfen der Menschen verankert – beim einen mehr, beim anderen weniger.

Verlogene Doppelmoral

Das Verhältnis der Frau zum Sex ist in unserer Gesellschaft also dafür verantwortlich, wie über eine Frau gedacht und gesprochen wird. Viel Sex am – besten auch noch mit verschiedenen Männern – macht eine Frau also zur Schlampe. So lautet die nicht festgeschriebene, aber doch noch in so vielen Köpfen verankerte Meinung. Das ist der Moment, in dem man zwangsläufig die verlogene Doppelmoral erwähnen muss: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Denn es ist allgemein bekannt, dass Männer, die so handeln, keineswegs in ihrem Ansehen sinken.

Scheinbarer Widerspruch

Letztendlich handelt es sich dabei um eine falsch verstandene Moral, die es schon vor hunderten von Jahren gab, aber einfach nicht verschwinden will, obwohl sie doch im Grunde unlogisch ist. Sie basiert auf dem scheinbaren Widerspruch zwischen der Frau, als emotionales Gefühlswesen, das sich nur nach Romantik sehnt und der Frau, die aktiv Sex will. Doch das ist eigentlich nicht widersprüchlich und auch nicht abstoßend. Menschen sind vielfältig, haben verschiedene Seiten und nehmen verschiedene Rollen ein. Sowohl die Frauen als auch die Männer.

Eigentlich können doch beide Seiten nur gewinnen

Doch die Moral bleibt noch immer spießig und altmodisch. Natürlich ist die Gesellschaft offener und toleranter geworden. Im Vergleich zu früher muss man nicht mehr von sexueller Unterdrückung sprechen. Trotzdem bleiben manche altmodischen Konventionen beibehalten. Damit ist weder den Frauen noch den Männern geholfen. Frauen folgen schlimmstenfalls viel zu selten ihren Wünschen, aus Angst vor Verurteilung und klammern sich an die angebliche Moral. Männer verpassen dabei vielleicht „die“ Frau und schränken sich selbst ein. Eigentlich können doch beide Seiten nur gewinnen. Jeder hat dabei natürlich das Recht, seine eigene Meinung zu haben. Manche Menschen haben nur aus Liebe Sex, andere eben nicht. Doch das gilt es, zu akzeptieren, auch wenn es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Kein Grund, jemanden als schlampig oder prüde zu bezeichnen. Aber das Problem gibt es ja in so vielen anderen Bereichen auch und leider gibt es noch immer genug Menschen, die andere Meinungen neben der eigenen nicht gelten lassen.

Ein Mensch mit Bedürfnissen

Mit Wahrheit und Treue hätte man Instanzen, an denen man die persönliche Moral messen kann, wenn eine Frau also lügt und betrügt. Doch eine Frau, die gerne Sex hat – eben nicht eine Frau, die dabei nur betrügt und belügt, das ist ein anderes Paar Schuhe – ist einfach nur ein Mensch mit Bedürfnissen. Übrigens so wie ein Mann auch. Und den würde niemand Schlampe nennen, denn das männliche Pendant dazu wurde noch nicht erfunden.