Sex ohne Liebe, Liebe ohne Sex

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Sex ist nicht immer ein Akt der Liebe. Foto: Pixabay

Ein Kommentar. Er hat mehrere Betthäschen, sie gleich zwei heiße Affären. Sie sind bi und polyamorös. Alles ist wild, verrucht, unmoralisch und so aufregend. Doch ist dieser gehypte Trend ein reales Abbild unseres Sexuallebens? Oder doch nur ein Teil der Wahrheit und für die meisten nur eine bloße Wunschvorstellung, die von den Medien idealisiert wird und als erstrebenswert gilt?

Können deutsche junge Erwachsene sich noch anders kennenlernen oder muss das erste Treffen gleich im Bett enden? Ältere Generationen kritisieren immerzu den häufigen Partnerwechsel und die lockere, bis gar nicht vorhandene Moral der jungen Generation. Sie kennen es noch ganz anders, kennen noch das Konstrukt der Zweckehe und die Heirat als lebenslanges unzetrennliches Gelöbnis, und kennen es teilweise auch nicht anders bzw. wollen es nicht anders kennen.

Das Thema Sexualität spielt eine zentrale Rolle im Leben der jungen Erwachsenen. Es ist kein gesellschaftliches Tabuthema mehr. Aufklärung und Sexualkunde sind fester Bestandteil eines jeden Lehrplans in jeder Schulform (, so sehr man sich auch über deren Lehrinhalte streiten mag, die meines Erachtens nach stark überarbeitungsfähig sind).

Jedoch sind die öffentliche Akzeptanz des Themas Sexualität und dessen Auslebung immer noch zwei verschiedene Paar Schuhe.

Ein unverbindlicher One-Night-Stand kann sicherlich seine Reize haben und hat besonders in der Phase des Ausprobierens und der Selbstfindung der Jugendlichen einen hohen Stellenwert, dennoch sehen die meisten jungen Menschen – besonders Frauen – Sex als Ergänzung ihres Liebeslebens.

Die einen können nicht mit einer anderen Person intim werden und fühlen sich ausgenutzt als reine Lustobjekte. Andere sehen darin die Chance, körperliche Befriedigung zu finden, ohne hohes emotionales Risiko einzugehen.

Für mehr als Zweidrittel  der weiblichen und männlichen Singles gehört regelmäßiger oder gelegentlicher Geschlechtsverkehr zum Alltag dazu, so eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung aus dem Jahr 2015. Befragt wurden junge Erwachsene im Alter von 18-25 Jahren.

Ebenso werden Partnerwechsel durchaus geläufiger. Jugendliche würden immer früher ins Sexualleben einsteigen, von daher könnten sie auch prinzipiell mehr sexuelle Erfahrungen sammeln. Liebe Erwachsene, bekommen wir es denn anders von unserer heutigen Wegwerfgesellschaft vorgelebt?

Wie man sein Sexualleben nun auslebt ist jedem selbst überlassen, solange man Gleichgesinnte findet, die Ähnliches oder das Gleiche wollen.

Sicher ist: Geschlechtsverkehr ist keine Maßeinheit der Liebe. Es gibt Sex, der ohne Liebe praktiziert wird und es genauso Liebesverhältnisse die sage und schreibe ohne körperlichen Intimkontakt funktionieren.

Zwei Menschen können sich auch näher kommen, ohne gleich im Bett zu landen. Angezogen ist nicht gleich ausgezogen.

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