Sexroboter: Der Sex der Zukunft

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Ist das die Zukunft? Sexroboter werden immer menschenähnlicher. Foto: Pixabay

Minirock, Beatles und lange Haare — das waren die Vorzeichen des Umbruchs der 1968er Jahre. Zu der Zeit als die Pille auf dem Markt kam, wurde auch das Thema Sex enttabuisiert und der Alltag in der Werbung, der Mode und den Filmen sexualisiert. Die Jugend träumte von einem lustvollen und spielerischen Sexualleben. Was früher noch Wunschvorstellungen waren, ist heute Realität.  

Unterhosen mit integriertem, ferngesteuertem Vibrator sind, wie sie die Schauspielerin Katherine Heigl schon 2009 in der Komödie „Die nackte Wahrheit“ trug, nichts Neues. Eine Gummipuppe „mit drei Lustöffnungen“ kann man für 14,95 Euro im Online-Handel kaufen. Alternativ gibt es noch Sexpuppen aus Silikon, die sogenannten RealDolls, die vergleichsweise realistischer aussehen. Auf realdoll.com bietet der kalifornische Künstler Matt McMullen lebensechte Sexgefährten nach individueller Maßanfertigung an. Der Käufer hat die Auswahl zwischen unterschiedlichen Modelltypen, Haut- und Augenfarben, Gesichtern, Frisuren, Vagina-Stile und Brustgrößen. Dabei liegt der Preis bei 5.000 Dollar aufwärts.

Roboter als menschliche Liebhaber

Auch die ersten Sexroboter sind schon auf dem Markt. Sie bestehen wie Sexpuppen aus Silikon und haben drei Öffnungen „an den richtigen Stellen“, jedoch sollen Roboter wie das Model Roxxxy laut Hersteller True Companion reden, zuhören und auf Berührungen reagieren können. Die neuste Version RoxxxyGold solle sogar zuhören und adäquat auf Gesagtes reagieren und somit ein Gespräch führen können. Zudem könne der Sexroboter fühlen und auf einen Orgasmus anspringen. Derzeit können ihre Besitzer sich mit ihr nur auf Englisch unterhalten, doch ein neues Softwareupdate soll demnächst auch Gespräche auf Spanisch, Deutsch und Japanisch ermöglichen.

Sexroboter werden immer realistischer, ihre Bewegungen und Programmierungen werden menschlichen Bewegungen, Verhaltensweisen und Interkationen nachempfunden. Sie werden so optimiert, dass sie eine immer weiter physische Ähnlichkeit zu menschlichen Sexpartnern aufweisen, bis der Umgang mit ihnen zwischenmenschlicher Kommunikation gleichkommt. Zumindest ist das der Wunsch der Hersteller.

Der Kissenger bringt die Zukunft näher 

Der „Kissenger“ ist beispielweise ein Gadget, das die Sensation eines Kusses auffängt und elektronisch übermittelt. So lassen sich Küsse weltweit in Echtzeit verteilen und nachempfinden. Wenn eine Person den Kuss in eine drucksensitive Silikonfläche drücken wird, kann der Partner auf der anderen Seite der Welt eben diese Berührung spüren, wenn er seinen Mund in das andere Sensorkissen hält. Diese Art der Technik könnte in Zukunft auch ein Bestandteil von Sexrobotern werden, um sie „menschlicher“ wirken zu lassen.

2018 wird im Dezember der vierte internationale Kongress zu „Liebe und Sex mit Robotern” in Montaba, USA abgehalten. Im Fokus stehen die vielen Facetten der Sexpuppen, Sexroboter und neue interaktive Sexspielzeuge.

Die Meinungen spalten sich 

Sexroboter wurden dabei wie immer umstritten diskutiert. Einige sehen sie als Möglichkeit für Menschen, die einsam sind, erst kürzlich den oder die Geliebte verloren haben, eine Fernbeziehung führen und nicht fremdgehen wollen, oder körperlich eingeschränkt sind. So befürwortet David Levy, Autor des Bestsellers Love and Sex With Robots aus dem Jahr 2007, den Gebrauch von Sexrobotern als Ausgleich und Erhöhung der Lebensqualität von Menschen, kein Sexualleben mit anderen Menschen führen.

Die britische Initiatorin der „Kampagne gegen Sexroboter„, Kathleen Richardson, fordert hingegen einen Entwicklungsstopp. Sie ist gegen die Roboter-Liebe und befürchtet negative gesellschaftliche Folgen. „Es lässt die Idee zu, menschliche Beziehungen seien optional, und alle Bedürfnisse könnten von Maschinen gestillt werden. Aber das stimmt nicht. Man braucht andere Menschen“, sagt Richardson. Zudem hat sie Angst, dass Menschen, vor allem Frauen, durch den Einsatz von Sexrobotern noch weiter auf Objekte reduziert reduziert und die dunklen Fantasien der Pädophilen und Vergewaltigern dadurch nur beflügelt werden.

TrueCompanion: Roboter nicht für Vergewaltigung programmiert 

Davon entfernt sich der TrueCompanion-Hersteller Douglas Hines jedoch, denn die „TrueCompanion Roboter sind für eine feste Partnerschaft hergestellt und nicht zu Vergewaltigungen programmiert.“ Der „persönliche Charakter“ der Roboter würde ein solches Verhalten nicht mitmachen. Die Fürsprecher der Sexroboter wie Roxxy glauben sogar, dass sie dabei helfen könnten, Prostitution einzudämmen, Sex-Unterricht zu geben und sogar Therapien zu ermöglichen. Laut Künstliche-Intelligenz Experte Levy ist die Entwicklung von funktionstüchtigen und realitätsnahen Sexrobotern unaufhaltsam und bis spätestens 2050 Realität.

Technologie ist bereits integraler Bestandteil des alltäglichen Lebens und wird dominanter. Das nächste große Streckenziel der Robotik ist und bleibt die künstliche Intelligenz – auch bei den Sexrobotern. Bleibt nur die Frage, ob man auch einen Liebhaber in Roboterform im Bett haben möchte.

Ein klarer Vorteil bleibt den Sexroboter: Er kann immerhin keine Migräne vortäuschen, wenn er keine Lust hat.

 

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