„Meħrba“ – Herzlich Willkommen auf Malta

Tritonenbrunnen in Valletta. Foto: Vera Brüssow

Jeder Ausflug in Valletta beginnt am Tritonenbrunnen. Foto: Vera Brüssow

Malta. Beim Einsteigen in den alten, klapprigen Bus, der mit Heiligenbildern und einem Rosenkranz geschmückt ist, grüßt der Busfahrer freundlich auf Malti : „Meħrba!“ und damit beginnt eine spannende Fahrt durch kleine Gassen, enge Straßen und vorbei an wunderschönen Strandabschnitten.

Von Mellieha im Norden Maltas bis in die beliebte und dicht besiedelte Hauptstadt Valletta sind es nur 25 Kilometer, allerdings ist man mit den ulkigen Reisebussen fast eineinhalb Stunden unterwegs, um an das beliebte Ziel zu kommen. Die engen und kurvigen Straßen, an denen am Straßenrand viele Autos parken, sind einfach nicht für die großen, blaugrünen oder gelb-orangenen Linienbusse ausgelegt. Bei der schaukligen Fahrt braucht der Fahrgast einen guten Magen und starke Nerven. Solch eine Busfahrt ist ein absolutes Erlebnis, da die Busfahrer, ohne Rücksicht auf Verluste, viel zu schnell durch die engen Gassen rasen. Wie beruhigend, dass die Schutzheiligen mitfahren.

Auf Malta herrscht Linksverkehr, weshalb sich Touristen lieber in die warmen und vollen Busse setzen, als dass sie sich ein Auto mieten. Gefühlt alle 100 Meter befinden sich Bushaltestellen, an denen natürlich jedes Mal ein Fahrgast ein- oder aussteigen möchte. Dadurch dauert solch eine Fahrt gerade im Feierabendverkehr ewig. Hier brauchen Urlauber viel Geduld, um an ihr Ziel zu kommen.

Obwohl Malta nicht groß ist  die Länge der Insel beträgt gerade mal 28 Kilometer, die Breite nur 13 Kilometer  leben hier mehr als 400.000 Einwohner, die hauptsächlich den Bus nutzen, um zur Arbeit zu kommen. So kann man schnell mit Inselbewohnern ins Gespräch kommen. Gut, dass diese, neben der nicht verständlichen Landessprache Malti, alle Englisch sprechen.

Melliha auf Malta. Foto: Vera Brüssow

Malta ist das ganze Jahr über eine Reise wert. Foto: Vera Brüssow

Die Insel verzaubert durch seine Mischung aus britischem und südländischem Flair. Schon der März ist eine gute Reisezeit. Der Zwergstaat erstrahlt in frischem Grün, es ist angenehm warm und die Temperatur für Ausflüge sehr geeignet.

Malta ist ein felsiger Inselstaat im Mittelmeer mit vielen Steilküsten und liegt südlich von Italien. Der sogenannte Zwergstaat ist eine ehemalige britische Kolonie, die erst seit 1964 unabhängig ist. Seit 2004 gehört Malta zur Europäischen Union und hat 2008 den Euro als Währung eingeführt. Malta besteht aus drei Inseln. Dazu gehören die Hauptinsel Malta sowie die Schwesterinseln Gozo und Comino.

Nicht nur die Hauptstadt Valletta zeichnet sich durch seine engen Gassen und Straßen, die wie ein Schachbrett angelegt sind, aus, sondern auch die stille, ehemalige Hauptstadt Mdina, Mellieha oder die Hauptstadt Victoria auf der Schwesterinsel Gozo.

Valletta  Kulturhauptstadt 2018

Valletta liegt auf einer Halbinsel zwischen den malerischen Häfen Marsamxett Harbour und Grand Habour, in denen die typisch bunten maltesischen Boote, die sogenannten Luzzus, aber auch viele große Yachten liegen. Auf den Seiten zum Mittelmeer hin ragen hohe Festungsmauern, sogenannte Forts, majestätisch mitten aus dem Meer und scheinen für Außenstehende unüberwindbar. Im 17. Jahrhundert war keine andere Stadt besser mit Wehranlagen ausgestattet als Valletta.

Blick auf Vallettas Hafen. Foto: Vera Brüssow

Große Yachten liegen im Hafen von Valletta. Im Hintergrund ist die bekannte Stadtkirche zu sehen. Foto: Vera Brüssow

Für die Besucher beginnt die Reise durch das mittelalterlich angehauchte Valletta am Tritonenbrunnen, an dem der Zentrale Busbahnhof angesiedelt ist. Durch das gewaltige Citygate gelangt man schnell auf die Republic Street, an der die bedeutendsten Sehenswürdigkeiten der dicht besiedelten Hauptstadt liegen. Von der Republic Street gelangen Touristen schnell zum Grandmasters Palace, den Barraca Gardens oder dem größten Fort St. Elmo. An allen historisch alten Sandsteingebäuden fällt auf, dass es drei Uhren gibt, die alle verschiedene Uhrzeiten anzeigen. Der Reiseführer Carlo begründet das mit einem tief verwurzelten Aberglauben: „Die verschiedenen Zeiten sollen den Teufel verwirren, damit er nicht pünktlich zur Kirchenmesse erscheint.“

Rund 365 Kirchen gibt es auf Malta, somit haben die Malteser die Chance, jeden Tag eine andere Kirche zu besuchen. Auf Malta sind 98Prozent der Einwohner katholisch. Vor allem detaillierte, kleine Gottesbilder an den Häusern sind ein Zeichen für den starken Glauben an Gott.

Drei verschiedene Uhrzeiten. Foto: Vera Brüssow

Drei verschiedene Uhrzeiten? Das gibt es nur auf Malta, um die Teufel zu verschrecken. Foto: Vera Brüssow

Geht man durch die schachbrettartigen Gassen, sind viele kleine Balkone vor jedem Wohnungsfenster zu sehen. Meist sind sie rot, blau oder grün. Die bunten und mit Ornamenten verzierten Balkone machen den Charme von Valletta aus. Durch viele breite Treppen merken Touristen gar nicht, dass die Stadtmitte weit oberhalb vom Hafen liegt. Vom höchsten Punkt der Stadt, den Upper Barracca Gardens, ist der Blick auf die Three Cities (Cospicua, Senglea und Vittoroisa) beeindruckend.

Valletta bietet neben viel Historie und Trubel auf der Republic Street auch die Möglichkeit, nach Herzenslust einkaufen zu gehen. Hier ist es immer voll und belebt. Neben vielen jungen Shops wie Orsay und New Look gibt es auch zahlreiche Designer-Läden. Zur Mittagszeit stehen die Türen der Restaurants offen, es riecht verführerisch nach Fisch mit Knoblauch in der Pfanne, nach frischen Kräutern und Gewürzen. Alle Sinne werden angeregt, und kaum ein Tourist kann den wunderbaren Düften widerstehen.

Vallettas bunte Balkone. Foto: Vera Brüssow

Die bunten Balkone prägen das Stadtbild von Valletta. Foto: Vera Brüssow

Die ehemalige Hauptstadt

Wer hingegen Ruhe zwischen den Stadtmauern sucht, sollte in die ehemalige Hauptstadt Mdina fahren. Die Anreise, natürlich in einem Bus, gleicht einer Abenteuerfahrt. Von Mosta, dem Ort, an dem die größte Kirche mit einer 60 Meter hohen Kuppel zu finden ist, fährt ein Bus durch enge, volle Straßen und durch ein Industriegebiet vorbei am Stadion, in dem die maltesische Fußballnationalmannschaft spielt. Auf der langen Anreise erhascht man allerdings schöne Blicke auf die karge Landschaft, die im Frühjahr von bunter und blühender Vegetation geprägt ist. Auf Grund des milden und trockenen Klimas und der Wasserknappheit auf der Insel, wachsen hier sonst nicht viele Bäume und Blumen. Großartige Felsformationen prägen die Küstenabschnitte im Südwesten und Norden.

Am Straßenrand stehen viele Oliven- und Feigenbäume, die bei diesem Klima gut gedeihen. Aus den Feigen wird die süße und leckere „Prickly Pear Jam“, die besonders gut zu maltesischem Brot schmeckt, hergestellt. Sie gilt als regionale Spezialität und ist ein häufig gekauftes Mitbringsel.

Mdinas Stadtmauer. Foto: Vera Brüssow

Mdina ist die ehemalige Hauptstadt Maltas. Sie ist von einer Stadtmauer umgeben. Foto: Vera Brüssow

Die „stille Stadt“ Mdina ist von mittelalterlichen und barocken Mauern umgeben. Autos dürfen hier nicht fahren. Für maltesische Verhältnisse ist es in den Mauern sehr ruhig und gemütlich. Zahlreiche enge Wege führen wie in einem Labyrinth durch die Mauern zu der bedeutsamen Kirche Cathedral of St. Peter and Paul. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten innerhalb der Mauern lassen sich hier in rund einer Stunde besichtigen, aber die Atmosphäre der kleinen und malerischen Gänge lädt zum stundenlangen Verweilen ein.

Die Fontanella Tea Gardens, ein kleines, immer volles und gut besuchtes Café und Restaurant befindet sich direkt auf der Stadtmauer, von der Besucher einen phantastischen Blick über die Hälfte Maltas bis hin zum Mittelmeer haben. Das Café ist für seinen einzigartig leckeren Schokoladenkuchen bekannt. Zum Panoramablick werden neben maltesischen Kuchen auch Gebäck und Wraps serviert.

Fontanella Tea Garden. Foto: Vera Brüssow

Das schönste Café in Mdina: Fontanella Tea Garden. Foto: Vera Brüssow

Maltas kleine Schwester Gozo

Maltas Schwesterinsel Gozo ist in nur acht Kilometern mit dem Schiff ab dem Hafen Cirkewwa innerhalb von weniger als 30 Minuten zu erreichen. Eine Überfahrt von Malta nach Gozo kostet nur auf dem Rückweg rund fünf Euro. Die kleinen Fährschiffe, die für die Überfahrt eingesetzt werden, sind vor allem im Sommer immer voll und es wird schwer, noch einen Platz zu bekommen. Gloria, die auf dem Schiff im Zeitungskiosk arbeitet, berichtet: „Ab Mai wird es immer voller auf Malta und es drängen zunehmend mehr Touristen auf unsere Schiffe. Von Ende Mai bis Ende August haben wir hier sehr viel Stress und es ist teilweise unerträglich warm. Am liebsten arbeite ich im Herbst oder im Frühjahr, wenn hier noch nicht so viele Touristen Urlaub machen.“

Auf der Schiffsfahrt erhält jeder Fahrgast einen einmaligen Blick auf Comino und die Blaue Grotte, ein strahlend blaues Badeparadies, umgeben von Felsen. Im Sommer ist auch hier kaum noch ein Platz am kleinen, feinsandigen Strand zu bekommen.

Mgarr Hafen auf Gozo. Foto: Vera Brüssow

Ankunft auf Gozo am Mgarr Hafen. Foto: Vera Brüssow

Bei der Ankunft mit dem Schiff am Hafen von Mgarr drängen viele Touristen in die Busse, die auch hier zahlreiche enge und steile Straßen durchfahren, um in Gozos Hauptstadt Victoria zu gelangen. Auf der holperigen Fahrt in die Inselmitte fällt auf, dass stille Inseldörfer durch viele grüne Flächen voneinander entfernt liegen. Die Bewohner Victorias sprechen die Stadt noch heute lieber mit dem alten Namen Rabat an.

In Victoria erreicht man mit dem Bus zuerst den Busbahnhof, der von einem Blütenmeer umgeben ist und einer kleinen Parklandschaft gleicht. Auch hier finden sich an jeder Ecke, wie auch auf Malta, rote, englische Telefonzellen und Briefkästen, die aus der Kolonialzeit übriggeblieben sind. Besonders sehenswert ist die Kathedrale innerhalb einer befestigten Zitadelle, von der man einen tollen Blick über Gozo auf das Mittelmeer hat. Am Marktplatz It Tokk finden regelmäßig Märkte statt. Auch in Victoria gibt es zahlreiche, enge Gassen, die zum Träumen und Schlendern einladen. Immer wieder lässt sich Neues entdecken.

Rote Telefonzellen auf Malta. Foto: Vera Brüssow

Rote Telefonzellen gibt es auch auf Malta. Foto: Vera Brüssow

Besonders beliebt ist Gozo auch durch die beliebten Sand- und Sportstrände Marsalforn und Xlendi. Eine Fahrt mit dem Bus hierhin kann allerdings auch zu einer Geduldsprobe werden. Doch der unvergleichlich schöne Blick auf das Meer entschädigt alles.

Malta hat viele Facetten und noch weitere Städte und Sehenswürdigkeiten, für die der Urlauber allerdings mehr als eine Woche Zeit einplanen sollte. Da auf Malta fast alles nur mit dem Bus zu erreichen ist, ist ein vorher festgelegter Plan für den Tag unerlässlich.

Gerade im Frühling ist Malta eine Reise wert, da sich die milden Temperaturen für Ausflüge, Wanderungen und Besichtigungen besonders eignen.

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