Handball: Nils Kaiser wird neuer Torhüter der HSG Wetzlar U23

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Leidenschaftlich und ambitioniert im Spiel: In der nächsten Saison spielt Nils Kaiser in der 3. Handball-Liga. Foto: privat

Wetzlar. Gleich zwei Klassen geht es nach oben: Im Juli wechselt Nils Kaiser von der Handball-Landesliga Mitte MSG Linden – der fünfhöchsten Spielklasse in Hessen – zur HSG Wetzlar U23, die sich letzte Woche den Aufstieg von der Oberliga in die 3. Liga gesichert haben. Vierstimmig sprach mit dem 25-jährige Torhüter über den anstehenden Wechsel, seine Erwartungen und die Gründe seines Erfolgs.

Vierstimmig: Der HSG Wetzlar U23 ist durch seinen Sieg in der Oberliga-Meisterschaft gegen die SG Kleenheim mit 25:20 in die 3. Liga aufgestiegen, somit springst du gleich zwei Klassen nach oben. Wie kam es dazu?

Nils Kaiser: Mein Spielberater Eike Schuchmann hat einen guten Kontakt zu der HSG Wetzlar, er ist auch Trainer dort. Er hat ein gutes Wort für mich eingelegt, als dann die Anfrage von der HSG kam, habe ich mich dazu entschieden die sportliche Herausforderung anzunehmen.  Als ich dann gefragt wurde, habe ich zugesagt.

Hättest du erwartet, dass du einmal so weit kommen wirst?

Nein, jedenfalls nicht so schnell. Das ist für mich ein Riesenschritt und ein Ziel, das ich mir schon früher in der A-Jugend gesteckt hatte. Aber wer hätte damals schon gedacht, dass ich bald schon in der dritten Liga spielen würde?

Wie siehst du deinem baldigen Wechsel entgegen?

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Foto: MSG Linden

Ich bin sehr aufgeregt Man hat einen gewissen Druck und auch hohe Eigenerwartungen. Die dritte Liga ist kein reiner Amateurbereich mehr. Ich trainiere wie ein Profi, mit dem einzigen Unterschied, dass ich nicht vom Sport alleine leben kann. Ich habe jetzt meine bisher mit Abstand beste Saison gespielt. Das macht mich stolz. Und ich will die gute Leistung aufrechterhalten. Das wird bestimmt nicht leicht gleich in der 3. Liga mitzuspielen, ich bin aber motiviert und denke, dass ich es hinbekomme. Zuerst einmal muss ich Anschluss an die neue Mannschaft finden. Ein, zwei Spieler kenne ich, mit denen habe ich zusammen Abitur gemacht.

Du sagtest, dass du gerade deine beste Saison hinter dir hast. Worauf basiert dein Erfolg?

Ich habe die Saison verletzungsfrei überstanden, das ist ganz wichtig für einen Sportler. Darüber hinaus bin ich engagiert am Ball geblieben und habe mich viel in Selbstkritik geübt und hinterfragt: Wieso ist der Ball reingegangen? Was kannst du nächstes Mal besser machen? Denn um ein guter Torhüter zu sein, braucht es vor allem Disziplin. Man braucht ein gewisses Talent, aber man muss immer an sich arbeiten können. Das sollte an sich einen guten Sportler auszeichnen. Wenn man dann einmal im Rausch ist, dass man den nächsten Ball halten möchte, dann schafft man es auch. Nur bis dahin ist es ein hartes Stück Arbeit

Wie hat deine Mannschaft reagiert, als sie von deinem Wechsel erfahren hat?

Der Wechsel ist seit Januar bekannt, sie haben sich alle für mich gefreut. So ein Angebot lässt man sich nicht entgehen. Der Verein steht hinter mir, weshalb ich guten Gewissens gehen kann. Es gibt auch schon einen Ersatz für mich.

Du spielst schon seit 20 Jahren Handball. Was begeistert dich, was macht dir am Handball am meisten Spaß?

Spaß kann man das nicht immer nennen, das Training jedenfalls nicht. Es ist in der ersten Linie ein Sport, in dem man mit seinem Team bis an seine Leistungsgrenzen gehen kann. Aber es macht mir Spaß, mit meiner Mannschaft zusammen ein gutes Spiel zu liefern, für das man eine Woche vorher hart trainiert hat und den Menschen das Ergebnis des ganzen Aufwands zu präsentieren. Der richtige Spaß kommt dann erst im Spiel oder nach dem Spiel an der Theke, wenn man mit der Mannschaft einen erfolgreichen Sieg feiern kann.

Wie oft trainierst du, um deine Leistung zu halten?

Wir haben drei Mal die Woche Training mit der Mannschaft und privat trainiere ich jeden Tag zur Festigung und Kondition im Fitnessstudio. Einen Tag die Woche gönne ich mir Ruhe, also sechs Mal die Woche.

Dann studierst du ja noch nebenbei, wie bekommst du das alles unter einen Hut?

Das frage ich mich auch manchmal selbst. Ich arbeite Vollzeit und mache ein Fernstudium zum Diplomingenieur. Es klappt aber. Meine Familie und Freunde unterstützen mich in jeder Hinsicht und auch in der Firma haben die Kollegen Verständnis und unterstützen mich, da einige selbst einmal Handball höherklassig gespielt haben.

Und, gibt es schon Partypläne, um deinen Aufstieg zu feiern?

Die Feier nach dem letzten Heimspiel am Samstag war nicht schlecht, da habe ich meinen Abschied gefeiert. Nächstes Wochenende haben wir das letzte Spiel dieser Saison, dann sammeln wir unsere 2. Mannschaft (MSG Linden II), die Ihren Aufstieg in die Bezirksoberliga feiern, mit ein und stoßen an. Ende Mai fahren wir alle zusammen nach Hamburg mit 20 Mann, dann wird auch nochmal gefeiert.

Vielen Dank für das Interview, Nils und viel Erfolg in der 3. Liga!

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