Eine Welt ohne Facebook?! Das schlechte Facebook – eine Einschränkung

Cyber Mobbing, Sucht, Datensammeln und keine Meinungsvielfalt, Facebook machts möglich Foto; von pixabay

Cyber Mobbing, Sucht, Datensammeln und keine Meinungsvielfalt: Facebook macht es möglich. Foto: Pixabay

Die Welt war ohne Facebook besser! Ein Satz, den wohl eher unsere Eltern oder Großeltern sagen würden. Ein Digital Native wird wohl kaum eine solche Aussage treffen. Doch es gibt tatsächlich mehr als einen Grund, um diese Aussage zu bestätigen.


Facebook, stellvertretend für Social Media allgemein, hat die Welt ohne Zweifel verändert. Gelobt werden oft die Möglichkeiten, aber eigentlich wird der Mensch vor allem eingeschränkt. Mal angenommen jemand verweigere sich Facebook zu nutzen: Wie sähe sein Leben wohl aus? Ob in der Schule, der Ausbildung oder im Studium: In den allermeisten Fällen wird über sogenannte Facebook-Gruppen kommuniziert. Wichtige Termine werden über diese Plattform verkündet und Kontakt zu Ansprechpartnern aufgenommen. Der Verweigerer stünde jetzt vor einem Problem, denn er würde von dieser Kommunikation nichts mitbekommen und wichtige Termine verpassen. Ein ganz klarer Nachteil für ihn. Man könnt jetzt meinen, dass Facebook ein Vorteil ist, weil der Nutzer stets aktuell informiert ist. Nein, denn genau dieser gesellschaftliche Druck, Facebook haben zu müssen, ist der negative Aspekt. Dieser Druck zeigt sich auch ganz allgemein. Jeder nutzt es und wer nicht ausgeschlossen werden möchte, nutzt es auch. Ein klarer Fall von Gruppenzwang.

Menschen verbreiten Hassbotschaften

Weil es jeder hat, bietet Facebook einen wunderbaren Nährboden für Mobbing. Natürlich gab es Mobbing schon immer, aber das Ausmaß hat sich verändert. Beim Cyber Mobbing kann jetzt rund um die Uhr gemobbt werden und das in völliger Anonymität. Das muss sich gar nicht ausschließlich in Beleidigungen bemerkbar machen. Es funktioniert auch sehr subtil. Indem konsequent nichts geliked wird oder negative Kommentare mehr „Gefällt mir“-Angaben bekommen als der eigentliche Beitrag.

Gerade jungen Jugendlichen fehlen das Gefühl und die Erfahrung für dieses Medium. Immer jüngere Kinder nutzen Facebook und Schulen sehen sich mit Mobbingproblemen konfrontiert wie zum Beispiel der Verbreitung von Nacktfotos ihrer Schüler. Ein aus naiver Gutgläubigkeit versendetes Foto schlägt große Wellen, sorgt für Mobbing und zeigt, dass notwendiges Wissen für die Nutzung von von Facebook in vielen Fällen nicht vorhanden ist. Auch die sogenannten Flashmobs können sich negativ auswirken, wenn sie beispielsweise in Form von Partycrashes auftreten.

Aber nicht nur im Leben Jugendlicher und junger Erwachsener spielt Cyber Mobbing eine Rolle. Immer mehr Menschen verbreiten Hassbotschaften und auch rechtsradikal motivierte Meinungen öffentlich im Internet. So geraten politische Diskussionen völlig aus dem Ruder, weil ihnen jegliche Sachlichkeit und jeglicher Respekt fehlen.

Trägt nicht zur Meinungsvielfalt bei

Man möge jetzt auch meinen, dass Facebook dadurch, dass es so viele Nutzer aus der ganzen Welt hat, zur Meinungsbildung und -vielfalt beitrage. Die Realität sieht aber anders aus. Facebook lässt uns nur das sehen, was wir sehen wollen. Anhand bereits getätigter Likes werden uns Vorschläge gemacht von genau solchen Meinungen. Wir bekommen also immer wieder unsere Meinung präsentiert und keine alternative Sichtweise, weil Infos und Meldungen gefiltert werden. Die Art und Weise wie sich journalistische Medien im Internet präsentieren trägt auch nicht zur Meinungsvielfalt bei. Sie wollen hauptsächlich hypen und dramatisieren, um in der Informationsflut nicht unterzugehen. Ein Teufelskreis und sehr fatal, weil sie genau das Gegenteil vom journalistischen Ziel erreichen.

Ebenfalls durch Datensammeln funktioniert die Werbeflut, die uns erschlägt. Sie ist nicht nur nervig und erdrückend, sondern auch genau auf uns abgestimmt. Man kann sich an dieser Stelle auch fragen, ob es nicht sogar moralisch verwerflich ist unsere Daten so zu nutzen. Natürlich kann man sagen, der Nutzer hat dem ja selbst zugestimmt, aber in der Realität liest wohl kaum jemand wirklich die Datenschutzlinien und selbst wenn, würde ihm der gesellschaftliche Druck ohnehin keine Wahl lassen.

Es gibt kein Offline mehr

Einmal eingetaucht in die Welt von Social Media kommt es nicht selten zur Sucht. Immer und immer wieder wird das Handy auf Neuigkeiten sämtlicher Plattformen gecheckt. Wie automatisch erfolgen der Griff in die Tasche und der Fingerdruck auf die entsprechende App. Facebook wird zum Zeitfresser. Es zwingt einen unbewusst dazu, immer erreichbar sein zu müssen. Im Zeitalter des Smartphones gibt es kein Offline mehr. Besonders gefährlich wird es dann, wenn Sozialkontakte vernachlässigt werden und die Selbstdarstellung im Netz ein zu großes Ausmaß annimmt. Die Macht der Likes fremder Menschen ist geradezu absurd. Ja, man müsste meinen der Mensch kann frei entscheiden, aber hat man Facebook einmal ins eigene Leben gelassen, kann es schnell zur unschönen Verpflichtung werden.

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