Traumberuf: Journalistin

Schreibtisch eines Journalisten. Foto: Pixabay

Die täglichen Arbeitsutensilien eines Journalisten: PC, Stift und Papier. Foto: Pixabay

Wir haben es jetzt schon oft gehört: Die Generation Y besteht aus jungen Leuten, die nicht genau wissen, was sie wollen. Wenn sie es tun, wollen sie sich aber wenigstens noch sämtliche Optionen offenlassen. Aber nicht jeder erlebt die Berufsfindungs- und Orientierungsphase auf diese Weise. Einer kleinen Minderheit – so sagte man mir immer wieder – ergeht es anders. Auch bei mir war das so.

Mädchenzukunftstag hat mir weitergeholfen

Seit ich 14 Jahre alt bin, steht für mich fest: Ich möchte Journalistin werden. Begonnen hat alles mit dem Girls‘ Day den ich beim Iserlohner Kreisanzeiger (IKZ) verbracht habe. Der Mädchenzukunftstag hat mir weitergeholfen und mir meinen Traumberuf offenbart. Nachdem mein Interesse geweckt wurde, nutzte ich dort das medienpädagogische Projekt ZEUS – Zeitung und Schule –, um zu schreiben. Fast jede Woche Samstag konnte man von mir einen Text auf der Jugendseite lesen. Und jedes Mal erfüllte mich eine große Freude, wenn ich meine Texte abgedruckt in der Zeitung sah. Je mehr ich schrieb (über 100 veröffentlichte Artikel) und umso mehr interessante Erfahrungen ich sammelte, desto sicherer wurde: Ich will Journalismus studieren.

Traumberuf: Journalistin. Foto: Melina Seiler

Mein erster Tag als Journalistin wurde in einem Zeitungsartikel zum Girls’s Day festgehalten. Foto: Melina Seiler

Die Begeisterung für das Schreiben hat sich bei mir schon recht früh im Grundschulalter herauskristallisiert. Meine ersten Geschichten und Romane habe ich bereits im fünften und sechsten Schuljahr verfasst. Das Schulpraktikum beim IKZ und ein Journalismus-Workshop an meiner jetzigen Hochschule ein Jahr später verfestigten diesen Wunsch weiter. Ich nahm an vielen anderen Workshops für junge Medienmacher teil und während meiner Mitschüler verzweifelt versuchten herauszufinden, was sie später mal machen wollen, füllte ich schon meinen Lebenslauf. Ich bin sehr dankbar, dass ich während des Abiturs nicht zusätzlich mit dieser Ungewissheit belastet war.

Entscheidung gegen alles andere

Doch kurz vor Ende meiner Schulzeit und dann die Monate vor dem Studienbeginn bekam auch ich Zweifel. Keine Zweifel am Beruf, aber mir wurde die Endgültigkeit der Entscheidung bewusst. Indem ich mich für Journalismus entschied, entschied ich mich vorerst auch gegen alles andere. Wie sehr interessierte mich Geschichte, wie sehr Literaturwissenschaften und nicht zuletzt meine große Liebe Philosophie. Ich stellte mir vor, wie ich einen dieser Studiengänge wählte, aber es blieb nur eine Phantasie, die Entscheidung war schon viele Jahre vorher gefallen und bereut habe ich sie nie. Und wer weiß, vielleicht studiere ich nebenberuflich später Philosophie, so wie ich es mir wünsche.

Fast zweieinhalb Jahre sind vergangen und Praktika und die freie Mitarbeit bei größeren Medien als dem IKZ haben nochmal ein ganz neues Bild aufgeworfen. Ich sehe die Journalismus-Branche jetzt klarer, fachlicher und vor allem auch desillusionierter. Wir erleben gerade einen großen Umbruch und probieren noch immer, herauszufinden wie Journalismus online optimal funktioniert. Ich musste lernen, dass gute Texte schreiben nicht mehr alles ist, sondern, dass multimediales Arbeiten das ist, worauf es in der Zukunft verstärkt ankommen wird. Nicht alles ist so, wie ich es mir erhofft hatte. Nicht immer und überall kann man über Themen schreiben, die einen interessieren. Umso dankbarer bin ich, dass das beim IKZ, in unserem Hochschulmagazin BiTSLicht und natürlich diesem Blog möglich ist. Aber selbst wenn dem nicht so ist, einen wichtigen Beitrag zur Demokratie zu leisten, ist mindestens genauso schön. Wenn einem Demokratie und die mit ihr verbundene Meinungsfreiheit so wichtig ist, wie mir und man etwas für die Menschen tun möchte, indem man sie informiert, finde ich, hat man den richtigen Beruf. Seit mehr als sechs Jahren gibt es nichts anders mehr für mich, ich den Beruf immer als Berufung gesehen, weil sich Hobby und Leidenschaft im Job vereinen. Und das ist dann doch wieder typisch Generation Y, ein Job ist nicht nur ein Job, sondern viel mehr, schließlich möchte man sich selbst verwirklichen.

 

 

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