Dein Leben — besser als bei Disney

Disney Schloss

Das Disneymärchenschloss — ein Tor zur Verwirklichung unserer Wunschvorstellungen. Foto: Pixabay

Ein Kommentar. Von wegen Disney-Filme seien unrealistisch. Sie sind wahrer als man denkt, solange man sie nicht als reine Seifenblasenwelten nimmt. Die Pespektive liegt im Auge des Betrachters.

Das Schlafzimmerfenster wird über Nacht offen gelassen und der Traumprinz steigt ein, ein Waisenkind lässt seine tierischen Dschungelfreunde für ein Mädchen stehen und die Ameisenkolonie kann wegen des Missgeschicks eines Einzelnen Überstunden arbeiten.

Abgesehen davon, dass ein Einbrecher niemals ein Traumprinz sein wird, Tiere unserer Sprache nicht mächtig sind und Menschen nie so koordiniert wie Ameisen arbeiten könnten, finden wir diese Parallelen der Walt Disney Produktionen auch im wirklichen Leben wieder.

Denn, so wie die meisten Geschichten, sind sie auch ein subjektiver Spiegel der Realität als auch der eigenen Träume. Geschichten sind ein Konstrukt aus  eigenen verarbeiteten Erfahrungen und menschlichen Sehnsüchten sowie Wunschvorstellungen. Menschen projizieren Ideale und zugleich die unvermeidbare Realität mit in die Erschaffung ihrer Charaktere und Erzählungen.

Filme sind menschliche Erzeugnisse

Moment mal, das klingt aber ziemlich komplex. Ist Disney nicht als Gute-Laune- Kinderfilm bekannt, den man sich an einem gemütlichen Sonntagnachmittag zusammen mit der Familie anschaut?

Wie und ob man Disneys Märchen wie „Das Dschungelbuch“ oder „A Bugs Life“ betrachtet oder gar analysiert und interpretiert, obliegt einem jedem selbst. Es liegt im Blickwinkel des Betrachters. Kinder werden lediglich die bunten Animationen und die Mitsinglieder auf sich wirken lassen, wohingegen Erwachsene dazu tendieren, die geheime und indirekte Botschaft des Films zu entdecken.

Folglich kann man Balu aus dem Dschungelbuch als den naiven, zurückgebliebenen, verblendeten Faulbären betrachten oder ihn  als optimistischen, fröhlichen Gute-Laune-Bären, der sein kindliches Gemüt bewahrt hat, sehen.

„Probier’s mal mit Gemütlichkeit, mit Ruhe und Gemütlichkeit…“

So lautet Balus altbekannte Lebensphilosophie, mit Hilfe derer er den Alltag und die Sorgen wegjagt. Sein Leben ist simpel gestrickt (solange er den Affen nicht begegnet): er schläft, isst, singt, tanzt, döst in der Sonne. Kurzum, er genießt sein Leben in vollen Zügen. Dabei hat Walt Disney ihm alle Voraussetzungen für ein solches Leben in Hülle und Fülle gegeben, eine Umgebung geschaffen für eben diesen Charakter Balus. In seiner heilen Welt muss er sich keine Sorgen um Arbeit, Geld im Portmonee oder die Nahrungsbeschaffung machen.

Wohingegen in anderen Disney Filmen immer noch aktuelle Themen, wie die moralische Stellung der Arbeit, Teil der Thematik sind. Es wird die Arbeitswelt angesprochen, welche die Gesellschaft zunehmend als „zweite Welt“ charakterisiert: die Arbeitswelt. Sie scheint nicht mehr Bestandteil unseres Lebens zu sein sondern ein Konkurrent, der die Lebensqualität des Privatlebens mindert.

Privatleben vs Arbeitsleben

In „A Bugs life- Das große Krabbeln“ arbeitet die Ameisenkolonie, um zu überleben. Zum einen benötigen sie Nahrung für den Winter zur Sicherung und den Weiterbestand der eigenen Kolonieexistenz und zum anderen für ihre bedrohlichen Ausbeuter, die Heuschrecken. Ihr Leben besteht aus purem Abrackern, sie müssen zu hohe Zugeständnisse zu Gunsten ihrer Arbeitswelt machen bis kein Privatleben mehr existiert.

Cinderella wird die Arbeit zum Verhängnis. Ihre Gutherzigkeit wird von der bösen Stiefmutter ausgenutzt. Sie muss tagein und tagaus im Haushalt schuften, sodass sie niemals dazu kommt ein Leben außerhalb der häuslichen Mauern aufzubauen.

Wobei Cruella de Vil aus 101 Dalmatiner die Abgründe einer schlechten Work-Life Balance verkörpert. Sie handelt emotional und unausgeglichen. Ihr gesamter Lebensinhalt beschränkt sich darauf, die Dalmatinerwelpen zu Pelzen zu verarbeiten. Besessenheit dominiert ihr Privatleben und die Arbeit ist unkoordiniert, sodass ihr Vorhaben jedes Mal kläglich scheitert.

Hierbei ist es gerade von besonderer Wichtigkeit seinen Sinn des Lebens zu finden und sich selbst über sein eigenes Leben definieren zu können. Denn Selbstakzeptanz und Zufriedenheit mit sich selbst und seinen Taten sind die Schlüssel für ein ausgeglichenes Leben.

Zwei Welten im Einklang

Auf eben diesem Weg der Selbstfindung befinden sich Tinker Bell und Pinocchio, die Hauptcharaktere aus den gleichnamigen Disney Filmen.

Die Aufgabe der Feen besteht darin, den Weg für den Frühling zu bereiten. Jede Fee hat ihre designierte Aufgabe, nur Tinker Bell scheint ihren Platz nicht finden zu können. Erst durch ein Eingeständnis wird sie sich bewusst, wer sie ist und welche Stärken sie besitzt.

Ebenso muss Pinocchio erst sich selbst und seine Andersartigkeit akzeptieren bis er es schafft, mit seinen Schwindeleien aufzuhören.

„Das Leben ist einfach“ sagte Pinocchio und seine Nase wuchs

Das Leben ist keineswegs ein Zuckerschlecken, aber gerade die vielen Gestaltungsmöglichkeiten, die zu lösenden Probleme und komplizierten Beziehungen machen es doch interessant. Sie machen das Leben lebenswert.

Hat man erst einmal seinen Platz in seinem Leben und seine innere Balance gefunden, so muss der Weg zur Erfüllung eines Traums auch nicht unmöglich sein. Tadashi, der Bruder des Hauptcharakters Hiro Hamada, aus der Disney Produktion „Baymax- Riesiges Robowabohu“, ist seinem Lebenstraum nahe gekommen. Er hat es geschafft, einen Roboter zu bauen, der anderen Menschen Hilfeleistungen erbringen kann, um somit durch sein Wissen den Kranken der Gemeinschaft helfen zu können.

Walt Disney scheint Recht zu behalten, als er sagte: „Alle Träume können wahr werden, wenn wir den Mut haben ihnen zu folgen.“

Es liegt an uns, unseren Blickwinkel des Lebens zu bestimmen, und zur Not müssen wir Disney Filme einmal rückwärts schauen. Sie wieder aus Kinderaugen sehen können. Mut fassen.

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