Wie bescheuert dürfen Autofahrer sein?

Ein Kommentar.

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Im Winter staut es sich oft auf den Autobahnen: Der Schnee beeinträchtigt die Sicht beim Fahren. Foto: Pixabay

Hagel, Eis, Schneematsch: Dieser Brief richtet sich an alle Autofahrer, die bei dem Winterwetter Gas mit Bremse verwechseln.

Liebe Autofahrer,

eine verschneite Winterlandschaft mit dem Hashtag: #Winterwonderland. Was die Traumkulisse für  Instagram-Fotos ist, stellt die Autofahrer auf die Probe. Das Schneetreiben sorgt für hunderte Kilometer Stau auf den Autobahnen. Stau und viele Tote.

Ich bin ja vieles gewohnt: In der Rush Hour mal eben in der zweiten Reihe parken, an der Ampel den Lippenstift nachziehen oder kurz eine Sprachnotiz aufnehmen. Viele Autofahrer denken, dass sie alleine unterwegs sind oder den Verkehr bestimmen. Wenn das nicht schon geistesabwesend und gefährlich genug wäre. Doch manche Autofahrer setzen noch einen drauf.

Letztes Wochenende zwei Uhr mittags auf der A45. Es ist kein besonders heller Tag, doch der Schnee reflektiert das vorhandene Licht. Der Wind peitscht die Schneemassen frontal gegen die Windschutzscheibe. Alle halten sich rechts. Es sind zwei der drei Autobahnspuren nutzbar. Die linke Spur bereits zentimeterhoch mit Neuschnee bedeckt. Ich fahre auf der mittleren Spur. 25 Stundenkilometer. Mein Vordermann bremst. Der BMW hinter mir schert aus, ohne zu blinken. Gibt Gas und zieht die ersten Spuren in den Neuschnee der linken Fahrspur. Ermutigt zieht das nächste Auto hinterher. Keines der Autos fährt gerade, die Reifen hinterlassen Schlangenspuren, das auf Glatteis unter der geschlossenen Schneedecke schließen lässt. Die Fahrer müssen gegenlenken, um so schnell vorwärts zu kommen.

Auch das zweite Auto war etwas kompakter und größer und schlenkerte beachtlich. Geht es euch zu langsam, fahrt ihr dicht auf, tänzelt und gebt Lichthupe. Es scheint: Je größer das Fahrzeug, umso stärker fühlt sich der Fahrer. Ganz ehrlich, muss das sein? Könnte es sein, dass protzige Autos eine magische Kraft haben, die sich auf ihre Besitzer übertragen? Habt ihr plötzlich einen Röntgenblick, der durch den Schneesturm hindurch sehen kann? Einen kürzeren Bremsweg, weil eure Reifen das Eis tauen?

Wir haben es alle eilig, wir haben alle unsere Termine oder Menschen, die uns erwarten. Ich schreibe euch nicht die Toten auf die Fahne, doch tragt ihr maßgeblich zu den Unfällen bei, wenn ihr geistesabwesend andere Fahrer unter Druck setzt. Ihr seid der Grund, weshalb sich Menschen nicht mehr auf die Straßen trauen. Nicht weil das Wetter gefährlich ist, sondern weil ihr eine Gefährdung für alle Verkehrsteilnehmer seid!

Was bringen ein paar Minuten Zeitersparnis, wenn ihr später wochenlang von einem gebrochenem Gliedmaßen oder verrenktem Nacken zehrt? Wer sich angesprochen fühlt, dem stelle ich gerne ein Attest aus für Ignoranz und geistiger Beschränktheit.

Eine sichere Fahrt, deine Nachbarin im Stau nebenan

2 Gedanken zu “Wie bescheuert dürfen Autofahrer sein?

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