Ein Kultfilm als Ausstellung

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Ein Blick auf die romantische Kulisse: Schloss Moritzburg. Foto: Vera Brüssow

Moritzburg. „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, wer kennt diesen Kultfilm zur Weihnachtszeit nicht? Der Märchenfilm entstand 1972/73 durch eine Zusammenarbeit der damaligen DDR und Tschechiens. Seit jeher gilt es als der Weihnachtsklassiker schlechthin und wird auch heute noch mehrfach im Fernsehen weltweit gezeigt. Eine Sonderausstellung zu dem Film auf Schloss Moritzburg bei Dresden zieht jedes Jahr tausende Besucher an. Vierstimmig war vor Ort.

Nach dem Tod ihrer Eltern lebt Aschenbrödel als Waisenkind bei ihrer herrischen Stiefmutter und wird dort von ihr und der Stiefschwester als Magd gehalten. Das junge Mädchen schuftet Tag und Nacht, eine Auszeit findet sie nur bei ihrem Pferd Nikolaus und der Eule Rosalie. Im Winter kommen der König und die Königin zu Besuch auf den Hof. Die Stiefmutter erhält für ihre Tochter eine Einladung zum Hofball. Sie plant, ihre Tochter an den Prinzen zu verheiraten. Doch sie haben nicht damit gerechnet, dass Aschenbrödel durch eine zufällige Begegnung im Wald während einer Jagd des Königshauses auf den Prinzen trifft. Knecht Vinzek, der mit Aschenbrödel, der Stiefmutter und Stiefschwester auf dem Hof lebt, bringt Aschenbrödel drei verzauberte Haselnüsse von einem Ausflug mit. Damit hat Aschenbrödel die Chance, sich drei Dinge zu wünschen. Mit einer Nuss wünscht sie sich ein Ballkleid, um am Hofball teilnehmen zu können. Dort kommt sie dem Prinzen beim Tanzen näher, verliert aber auf dem Weg nach Hause ihren Schuh. Und hier dürfte jeder erahnen, dass die Geschichte ein Happy End für Aschenbrödel hat.

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Zahlreiche Fotokulissen sind für Besucher in die Ausstellung integriert. Foto: privat

Ein romantischer Drehort

Gedreht wurde der Märchenfilm zum Teil in Tschechien und zum Teil in der ehemaligen DDR, unter anderem auf Schloss Moritzburg bei Dresden. In der Sonderausstellung, die es seit einigen Jahren im Schloss zu sehen gibt, werden die unterschiedlichsten Szenen des Filmes nachgestellt. Wachsfiguren spielen sozusagen die Kernszenen des Filmes nach. So werden Zuschauer am Anfang der Ausstellung von Knecht Vinzek in seiner Kutsche begrüßt. Auch die Jagdszene spielt ebenso wie die Ballszene eine wichtige Rolle. Durch das Schloss verteilt, haben Besucher die Möglichkeit, sich auf die Spuren der Dreharbeiten zu begeben. Überall stehen Informationstafeln. Auch Kinder werden zum Mitmachen animiert. An unterschiedlichen Informationspunkten gibt es kurze Filme, teilweise Zeichentrickfilme, zu sehen, die vieles zu den Dreharbeiten erläutern. Sogar die Originalkostüme der Darsteller sind zu sehen, die Erwachsene und Kinder auch in einer Kostümanprobe anziehen können.

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Hier wurde die Hofball-Szene mit Aschenbrödel und dem Prinzen nachgestellt. Foto: Vera Brüssow

Die gesamte Ausstellung ist zweisprachig aufgezogen, allerdings nicht auf Englisch, wie man vermuten könnte. Deutsch und Tschechisch sind hier die wichtigen Sprachen, der Film ist schließlich eine deutsch-tschechische Produktion. Dementsprechend viele Tschechen besuchen auch die Ausstellung. Besonders positiv ist mir folgende Funktion in Erinnerung geblieben: An einer Drehscheibe konnte ich drehen und eigene Zauber-Haselnüsse erhalten. Diese konnte ich an verschiedenen Stellen der Ausstellung in einen Kasten werfen, um besondere Specials zu sehen. So konnte ich sozusagen weitere Videos freispielen.

Spannende Hintergrundgeschichten zum Filmdreh

Besonders interessant war es, die Hintergründe der Filmproduktion zu erfahren. Ursprünglich sollte der Film im Sommer gedreht werden, doch die DDR bestand darauf, einen Winterfilm zu produzieren. Einziges Problem: es lag kein Schnee, sodass die tschechischen Produzenten auf Kunstschnee aus Styropor setzen. Die deutschen Produzenten nahmen für ihre unechte Schneekulisse allerdings Fischmehl, was auch noch Monate später einen beißend Gestank rund um das Schloss hinterließ. Sprachbarrieren gab es auf Grund der tschechischen und deutschen Schauspieler auch, nur eine Darstellerin beherrschte beide Sprache, sodass sie oftmals als Dolmetscherin einspringen musste.

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Der verlorene Schuh Aschenbrödels begrüßt Besucher vor dem Eingang des Schlosses. Foto: Vera Brüssow

Insgesamt ist die Sonderausstellung sehr liebevoll aufgezogen, sodass auch Kinder ihren Spaß haben. Schön sind die vielen kurzen Videos, die interessantes Wissen zu den Dreharbeiten vermitteln. Einen Besuch ist die Ausstellung auf jeden Fall Wert. Noch bis zum 25.02.2018 ist die Ausstellung geöffnet. Sie kostet acht Euro, ermäßigt 6,50 Euro. Für den Besuch sollten etwa 1,5 Stunden einplant werden.

 

2 Gedanken zu “Ein Kultfilm als Ausstellung

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