SOKO Leipzig – die deutsche Krimiserie am Puls der Zeit

Es ist Freiagabend. Endlich wieder. Ich freue mich, denn die neue Staffel von SOKO Leipzig beginnt. Seit ich zwölf Jahre alt bin, gehört diese Serie zu meinem Freitagabend.

Deutsche Serien und Filme erfreuen sich aber oft nicht so großer Beliebtheit. Gerade jungen Menschen haben mehr Interesse an teurem und aufwendig produziertem Material aus den USA. Auch ich habe viele US-Produktionen sehr gerne gesehen und möchte sie nicht missen, aber es gibt auch durchaus deutsche Produktionen, die sehenswert sind.

So etwa die „SOKO Leipzig“ als eine der erfolgreichsten deutschen Krimiserien. Sie wird von der UFA FICTION GmbH produziert. 2001 war sie auf dem ZDF als Vorabendserie gestartet, aber wurde schnell so beliebt, dass sie in der Primetime am Freitagabend gezeigt werden konnte. Das nun schon seit vielen Jahren. Dort sorgt sie nach wie vor für gute Einschaltquoten.

Die Serie überzeugt mit Spannung und Qualität. Sie traut sich an brisante aktuelle politische Themen heran wie beispielsweise Terrorismus und die Flüchtlingsproblematik. Sie orientiert sich am Zeitgeist – egal ob mit der Nutzung von Tablets oder neue Ermittlungsmethoden, das Team ist gut aufgestellt. Aber auch geschichtliche Ereignisse greift die Serie immer wieder mitauf, so beispielsweise die DDR-Vergangenheit von Leipzig.

Auch an sehr emotionale Schicksale oder psychisch sehr kritische Fälle wagt sich die SOKO. Für die ein oder andere Ermittlung musste das Team außerhalb von Leipzig agieren. Manchmal sogar im Ausland: Moskau, in der Karibik, in Istanbul, Namibia und London.

Dass diese Serie mit der Zeit geht, macht sie sehr authentisch – ebenso die Kommissare, deren Leben das Publikum über die Jahre hinweg begleiten konnte. Ihr Privatleben ist nicht Mittelpunkt der Serie, aber auch nicht Nebensache. Den Machern gelingt eine gute Kombination.

Das Kommissarteam im heimischen Wohnzimmer

Seit Beginn der Serie besteht das Team aus dem Chef Hajo Trautzschke (gespielt von Andreas Schmidt-Schaller), Jan Maybach (gespielt von Marco Girnth) als Hajos Stellvertreter und Ina Zimmermann (gespielt von Melanie Marschke). Die Vierte Person im Team hat im Laufe der Jahre gewechselt. In den ersten fast 100 Folgen war es Miguel Alvarez (gespielt von Gabriel Merz), danach gut 60 Folgen lang Patrick Diego Grimm (gespielt von Tyron Ricketts) und danach etwa 50 Folgen Vincent Becker (gespielt von Pablo Sprungala). Seit 2012 ist Tom Kowalski (gespielt von Steffen Schroeder) der vierte im Bunde. Er ist eine aufbrausende Person, die auch mal politisch inkorrekt ist und deswegen sogar degradiert wurde, aber so auch immer für Schwung und den ein oder anderen Witz sorgt.

Die Zuschauer haben vieles erlebt, sie ließen das Komissarteam ins heimische Wohnzimmer und sahen einen Kollegen sterben, einen anderen freiwillig gehen und wieder einen anderen kriminell werden. Sie erlebten, wie Ina ein Kind bekam, wie sie als Alleinerziehende Familie und Arbeit meisterte und wie sie zeitweise einen Therapeuten aufsuchen musste. Die Zuschauer  erlebten auch, wie Jan sich in Hajos Tochter Leni verliebte, eine brisante Sache. Wie sie heirateten, ein Kind bekamen und irgendwann wie sie getrennte Wege gingen. In der letzten Staffel geschah dann unvorstellbares. Jan und Ina, die jahrelang Freunde und gute Kollegen waren, näherten sich an und verbrachten eine gemeinsame Nacht.

Aktuelle 17. Staffel ist ein Wendepunkt

Gerade die letzte und die aktuelle 17. Staffel stellen einen Wendepunkt dar. In der 16. Staffel konnten die Zuschauer Folge um Folge Hajos inneren Konflikt mit der näher rückenden Rente miterleben bis hin zur schweren Entscheidung, wer sein Nachfolger werden soll. Auch für die Zuschauer nicht leicht, war der erfahrene Polizist doch oft eine Art Fels in der Brandung. Lange Zeit glaubten alle, dies würde Jan werden, da er als Stellvertreter in einigen Folgen bereits die Leitung übernommen hatte. Aber es kommt anders. Ina Zimmerman ist die neue Chefin und die Zuschauer sehen Hajo zum Staffelstart tatsächlich in seinem letzten Fall. Wie das Team in der neuen Konstellation funktioniert und in wie weit Jans und Inas Freundschaft davon betroffen ist, wird sich zeigen.

Besonders schön zu sehen ist, wie Inas Sohn und Jans Sohn über die Jahre hinweg älter werden. Die Schauspieler alterten im realen, wie Filmleben und machten die Serie so besonders authentisch. Als die Serie 2001 begann, war Jans Sohn Benni (gespielt von Maximilian Klas) noch ein Kind. Heute ist er ein erwachsener Mann und wird noch immer vom gleichen Schauspieler verkörpert.

Online präsent und im TV einen guten Marktanteil

Aufwind bekam die Serie auch, als 2013 Olivia Fareedi (gespielt von Nilam Farooq) begann, das Team als Assistentin zu unterstützen. Sie wurde immer mehr in die Serie integriert und ist mittlerweile selbst Kriminalkommissarin. Mit ihr wurde das Team verjüngt. Nilam Farooq betreibt seit 2009 einen YouTube Kanal und war zu dem Zeitpunkt bereits als Bloggerin bekannt. Ihr Charakter ist gerde für jüngere Zuschauer wie mich gut, weil man sich mit ihr identifizieren kann.

Aber nicht nur Nilam Farooq ist auf den Sozialen Medien unterwegs, auch SOKO Leipzig kann man auf Facebook, InstagramYouTube und Twitter verfolgen. Nach jeder Folge wird auf Facebook das Publikum nach der Meinung zur aktuellen Folge gefragt und immer antwortet es angeregt. Die aktuellste Folge (Der Letzte Fall, 13.10.2017) erreichte 17,5 Prozent Marktanteil bei 5,08 Millionen Zuschauern. Bei den 14- bis 49-Jährigen wurde ein sehr guter Marktanteil von 9,4 Prozent ermittelt, was 830 Tausend Zuschauern entsprach.

Kaum eine Serie hat es geschafft über die Jahre hinweg ihre Beliebtheit zu behalten und gar zu steigern, und gleichzeitig sich auch weiterzuentwickeln. Das gelingt nur mit originellen Rollen und Fällen. Es bleibt also spannend.

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