Der Moment, wenn du deine Heimat schätzen lernst

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Einer meiner Lieblingsorte in Münster: der Aasee lädt zu schönen Spaziergängen ein. Foto: Vera Brüssow

Mein Kindheitstraum war es immer später einmal in eine Großstadt, am liebsten Hamburg, zu ziehen, um dort zu leben und zu arbeiten. Ich fand meinen Heimatort, für mich bislang eher ein Dorf, immer schrecklich langweilig und wollte bloß schnell weg. Doch je älter ich werde, desto mehr wird mir klar, dass meine Heimat gar nicht so furchtbar ist.

Als ich im Mai mit drei Freundinnen in London war, wurde mir plötzlich klar, dass ich kein Großstadtmensch bin. Die englische Hauptstadt war zuvor immer eine meiner Lieblingsstädte gewesen. Schön finde ich es dort auch immer noch, keine Frage. Allerdings ist die Zeit vor Ort gerade in den Schön-Wettermonaten stressig. Menschen, egal ob Touristen oder Einwohner, wuseln durch die Straßen, stehen im Weg, rennen zu Bus oder U-Bahn und machen zahlreiche Fotos und blockieren somit den Weg, den ich dann eigentlich laufen wollte. Die Luft in London war an den zwei Tagen furchtbar schlecht. Wir alle husteten ohne Ende und mussten ständig nießen, da so viele Abgase in der Luft lagen. In London ist es nie leer, es ist ständig etwas los, kein Wunder, bei mehr als acht Millionen Einwohnern. Ich stelle es mir sehr anstrengend vor, in einer Stadt leben, in der es immer voll ist. In Ruhe shoppen oder spazieren gehen, ist mit so vielen Touristen kaum möglich. Es gibt mit Sicherheit Stadtteile, in denen es nicht so voll wie im Zentrum ist, doch dann verliert sich insgesamt das Großstadtfeeling.

Da ist mir mein Greven (gerade wegen der Nähe zu Münster) doch lieber. Durch meine Arbeit für den Lokalteil der Zeitung habe ich in meiner einjährigen Tätigkeit viele Orte kennengelernt, die ich vorher nicht kannte. Ich bin zu vielen Veranstaltungen geschickt worden, von denen ich vorher nichts wusste. Viele Interviews, Vorträge oder Konzerte haben meinen lokalen Horizont erweitert. Auf keinen Fall möchte ich diese Erfahrungen missen. In den letzten Tagen alleine habe ich auch durch mein Praktikum in einer PR-Agentur, die diverse Unternehmen und Websites aus dem Kreis Steinfurt betreuet und pflegt, noch mehr gelernt. Zahlreiche, weitere Ausflugstipps habe ich dem Buch „111 Orte im Münsterland, die man gesehen haben muss“ entnommen. Ich habe zwar fast 24 Jahre gebraucht, um zu realisieren, wie schön meine Heimat ist, doch lieber zu spät als nie. Hier meine Top-3 der Orte, die ich in letzter Zeit besucht habe:

1.) Münster: meine unangefochtene Nummer 1. Die Stadt, die offiziell den Titel als Großstadt trägt, ist unheimlich geschichtsträchtig: hier wurde beispielsweise der Westfälische Frieden geschlossen. In der Studentenstadt gibt es viel zu sehen und zu entdecken: der Dom, das Rathaus ink. Friedenssaal, die Lambertikirche, das Schloss, den Aasee, die Promenade und der Stadthafen zählen dazu. In verschiedenen Museen wird die spannende Geschichte noch erlebbarer gemacht.

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Der Prinzipalmarkt in Münster mit Blick auf die Lambertikirche. Foto: privat

2.) Horstmar: ein kleines Örtchen, in dem es an sich auch nicht viele Geschäfte, aber ansonsten viel zu sehen gibt. Die „Stadt der Burgmannshöfe“ zeichnet sich durch die quadratisch angelegte, historische Altstadt aus. Acht Burgmannshöfe, deren Gründung auf das 11.Jahrhundert zurück gehen, umschließen die Altstadt. Auch das Rathaus ist einen Besuch Wert, ein altes fachwerkähnliches Gebäude macht erst nicht den Anschein eines Rathauses.

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Einer der acht Burgmannshöfe in Horstmar. Foto: Vera Brüssow

3.) Steinfurt: auch die Kreisstadt mit seinen zwei Stadtteilen (Burgsteinfurt und Borghorst) bietet viele Sehenswürdigkeiten. Dazu gehören: das Wasserschloss und die Schlossmühle und das alte Rathaus. Am Bagno (ein See) kann man wunderschön spazieren gehen.

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Vor dem Schloss in Steinfurt. Foto: privat

Im Kreis Steinfurt und Münsterland gibt es natürlich viele weitere schöne Städte. Falls ihr an einem Besuch interessiert seid, bietet euch der Steinfurter Treff noch viele weitere Tipps.

 

 

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