Vorbilder? Die gibt es nicht!

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Dienen Promis als ein gutes Vorbild? Foto: pixabay

Ein Kommentar.

Der Duden beschreibt ein Vorbild als eine Person oder Sache, die als Muster oder Beispiel angesehen wird, oder etwas, nach dem man sich richtet. Doch wer kann ein Vorbild sein? Eltern, Freunde, Prominente – die Möglichkeiten sind vielseitig. Brauchen wir überhaupt ein Vorbild? Vierstimmig auf der Suche nach Antworten…

In Interviews der Zeitschriften meiner Jugend (Bravo, Starflash oder Yam) mussten die Prominenten oftmals die Frage beantworten, wer denn für sie ein Vorbild ist. Oftmals waren die Eltern die Antwort. Die Promis nahmen sich selten einen anderen Star zum Vorbild, das ist ja harte Konkurrenz. Damals dachte ich erstmals darüber nach, wieso wir überhaupt ein Vorbild brauchen und wer meines war. Ein Frage, die ich bis heute nicht sicher beantworten kann. Jeder Mensch ist doch so einzigartig, dass es ein viel zu große Verschwendung wäre, wenn alle Personen nach dem gleichen Ziel streben und sich immer ähnlicher werden.

Wer hat das Zeug zum Vorbild?

Doch nun mal auf sachlicher Ebene: Wer eignet sich denn als Vorbild? Sind es Personen, die etwas Besonderes erfunden, erforscht oder entdeckt haben? Sind es Berühmtheiten, so genannte Stars aus Musik, Film und TV? Oder können die eigenen Eltern, Geschwister oder Freunde gar zu Vorbildern werden? Bestimmt ist für jeden irgendjemand aus diesen Rubriken dabei. Im Kindesalter liegen Familienmitglieder am nächsten, da sie der ersten Orientierung dienen. Werden wir älter und fangen beispielsweise damit an, uns für Musik und Filme zu interessieren, werden Sänger/innen oder Schauspieler/innen zu Vorbildern. Man möchte vielleicht sogar sein wie sie – sie sind schließlich reich, schön und berühmt. Werden wir erwachsen und lernen in der weiterführenden Schule Personen kennen, die etwas geschaffen haben und damit unser Wissen erweitern, entwickeln sich diese Personen vielleicht sogar zu unseren Vorbildern.

Promis taugen nicht als Vorbild

Seit den vermehrten Angeboten von Castingshows (angefangen hat hierzulande alles mit „Popstars“) werden diese so genannten Stars zu Vorbildern. Schrecklich, wenn wir bedenken, dass die Sieger einer solchen Gesangsshow oftmals nur einen Hit haben und danach entweder im Dschungelcamp landen oder ganz in der Versenkung verschwinden. Besser ist da auch keine Castingshow für Nachwuchsmodels. Die dünnen Wesen haben einen großen Einfluss auf das Verhalten der Kinder. Und da Kinder heute erschreckenderweise schon mit teilweise zehn Jahren ein Smartphone besitzen, haben sie über Social Media ständig Zugriff auf Informationen und Bilder. Die heutigen „Influencer“ und „YouTuber“ stellen meiner Meinung nach nicht den Berufszweig dar, nach dem man streben sollte. Für mich das aktuell schlechteste Vorbild: Sophia Wollersheim, die sich die Rippen für eine Wespentaille entfernen ließ. Sie selbst behauptet zwar, dass sie kein Vorbild sein möchte, aber das hält doch niemanden davon ab, den Wunsch zu haben, so wie sie zu sein.

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Neben Audrey Hepburn im Madame Tussauds in London – für mich eine Stilikone und bewundernswerte Frau. Foto: privat

Generell finde ich es wichtig, bei seiner Wahl eines Vorbildes (wenn es dann eins sein muss) darauf zu achten, Menschen zu wählen, die etwas erreicht haben, die das Leben verbessern, sich engagieren und für andere einsetzen. Die oberflächliche Promi- und Glitzerwelt gehört nicht dazu. Auch wenn Audrey Hepburn zu den Personen zählt, die ich für ihre schauspielerischen Leistungen und ihr soziales Engagement bewundere, zähle ich sie nicht zu meinem Vorbild. Ich bin ich, du bist du. Nimm und akzeptiere dich selbst als Vorbild.

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