Wir wollen keinen zweiten Trump

Ein Kommentar.

demokratie-1536628_960_720

Das Statement ist aussagekräftig und meinungsstark: Es lohnt sich, für die Demokratie einzusetzen.  Foto: Pixabay.

Berlin, Ansbach, Stockholm: Viele der Terrorverursacher sind abgelehnte Asylbewerber, die sich gekonnt durch das deutsche Asylsystem tricksen. Die Zahl der Asylanträge ist zurückgegangen, der Terror hört jedoch nicht auf. Für viele Menschen sind die Flüchtlinge, die Immigranten, die böse Saat. Sie fordern aus Angst eine stärkere Begrenzung, Steuerung und Kontrolle der Einwanderungszahlen. Sie suchen Sicherheit. Aber mit diesem Wunsch gefährden sie ihre Freiheit, unsere demokratische Freiheit.

Dinge, die schon passiert sind, können wir nicht ändern. Doch wir können sie verbessern. Menschen flüchten noch immer und die Anzahl der Asylanträge ist weit geringer als die Dunkelziffer. Doch wo es im April dieses Jahres „nur noch“ 11.950 Asylgesuche registriert worden sind, waren es dagegen im April 2016 noch 194.532. Syrien gehört seit Ausbruch der Flüchtlingskrise 2015 ganz oben auf die Liste der zehn stärksten Herkunftsländer. (BAMF 04/2016).

Wie die Zahlen zeigen, haben wir es immer noch mit großen Migrationszahlen zu tun, auch wenn der Ansturm erst einmal vorbei ist. Vielleicht ist es nur die Ruhe vor dem nächsten Sturm. Jedenfalls sind die Flüchtlinge da und sie brauchen Hilfe. Wir machen nichts besser, wenn wir sie beäugen und als Außenstehende behandeln. Stattdessen sollten wir sie versuchen zu integrieren.

Grundelement: Integration

Es werden viele Hilfeleistungen zur Integration von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt sowohl auf Landes-, Bundes- als auch auf kommunaler Ebene. Zum Beispiel durch lokale Nachbarinitiativen, die Klamotten und Hausrat sammeln und ehrenamtliches Engagement beweisen. Es wurde vor kurzem ein Grundwortschatz von rund 150 Worten für die Stärkung und den besseren Umgang mit der deutschen Sprache an hessischen Grundschulen eingeführt. Positive Botschaften wie Flüchtlinge sich gut integrieren, wie beispielsweise eine syrische Flüchtlingsfamilie ihr Modelabel Haute Couture erfolgreich im Ruhrpott vertritt, gehen in der Masse der Terrormeldungen unter.

Es braucht gesellschaftliches Verständnis

Der Terror versucht, die Liberalität unserer offenen Gesellschaft zu untergraben. Alles, wofür wir stehen. Er beabsichtigt, genau diesen freiheitliebenden Charakter zu schwächen und so lange mit Angst und Schrecken zu penetrieren, bis wir kapitulieren. Es ist der Preis einer offenen Gesellschaft und ihre Pflicht, ihr oberstes Gut, ihre Freiheit, zu schützen. Wir starten friedliche Protestaktionen und zeigen Stärke im Angesicht der schrecklichen Ereignisse. Bekunden unsere Unerschrockenheit und gestehen uns ehrlich unser Ängste in der Öffentlichkeit ein. Ein guter Schritt – aber noch lange nicht genug! Wir müssen unsere Freizügigkeit aktiv schützen, wenn wir uns selbst nicht verraten wollen.

Weniger Freiheit für mehr Sicherheit?

Doch ist es komplexer als es scheint. Das müssen wir tun, ohne Freiheiten, die wir so sehr lieben, einzuschränken. Je mehr der Terror und die Angst zunimmt, desto mehr strebt der Einzelne nach persönlicher Sicherheit und ist bereit, mehr für ein höheres Sicherheitsempfinden zu investieren und auch aufzugeben. Und dafür ist er bereit, radikalere Wege zu wählen. Auf diesem Wege kommen extreme Gruppierungen wie die AfD in den Genuss der Macht. Die Politik muss eine Balance zwischen regulierenden Sicherheitsmaßnahmen und dem Schutz der Freiheit finden, ohne dass diese Maßnahmen in Kontrolle und Überwachung zu Ungunsten unserer Freiheit ausarten. Die Grundpfeiler unserer freiheitlich verfassten Gesellschaft dürfen nicht voreilig gestutzt werden. In Extremsituationen tendieren Menschen zur Extreme, ohne diese und die langfristigen Konsequenzen ihres Handelns weiter zu hinterfragen zum Preis für kurzfristige Linderung un ddem Gefühl von Sicherheit.

Extreme Situationen fordern überlegte Maßnahmen

Es gibt viel zu bedenken und zu beachten. Ein Schwarz-Weiß-Denken hilft niemanden. Alles hat zwei Seiten und dazwischen sind viele Grautöne. So beachtet, der Salafismus ist nur eine pervertierte Form des Islams. Der Islam selbst ist nicht terroristisch. Nicht jeder Flüchtling ist ein Terrorist. Und nicht jeder Terrorist ist ein Flüchtling. Aber wir müssen weiterdenken und überlegt handeln. Kurzfristiges Planen und unüberlegtes Handeln führen zur Willkür. Wer die Grundprinzipien der Demokratie nicht begreift, endet wie Amerika: in der Einfalt einer verblendeten Wahl. Und wir wollen keinen zweiten Trump un dbrauchen ihn auch nicht. Denn wir müssen dem Terror Einhalt gewähren – nicht in unseren Herzen, sondern im Leben und ihn nicht noch anspornen. Dabei spielt die Flüchtlingsintegration eine wichtige Rolle. Sie löst Vorurteile auf und stärkt unser Land, indem wir es stärken und für unsere demokratischen Werte einstehen.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s