Alt und doch immer wieder neu: Muttertag

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Muttertag: Nicht überall wird er am 2. Sonntag im Mai gefeiert. Foto: Pixabay

Heute ist es wieder soweit, es ist Muttertag. Die Floristengeschäfte sind ausverkauft und sogar die Blumenregale an der Tankstelle leergeräumt. Pralinen werden eingepackt, Gutscheine geschrieben und Herzchen gebastelt. Ebenso wie am Valentinstag kurbelt der deutsche Kauf- und Geschenkewahn unsere Wirtschaft an. Muttertag wird natürlich kommerziell beworben und ausgenutzt, dabei steckt noch so viel mehr dahinter.

Mehr als nur ein willkürlich gesetztes Datum

Die Traditionen des Muttertages gehen weit zurück. Schon die Griechen feierten ein Fest zu Ehren der Mutter des Gottes Zeus. Bei uns und in vielen anderen Ländern ist der Muttertag am zweiten Sonntag im Mai. Er ist auf die Anstrengungen der amerikanischen Frauenrechtlerin Ann Maria Reeves Jarvis zurückzuführen. Sie versuchte, während der amerikanischen Frauenbewegung 1865 nach dem Tod ihrer Mutter einen Tag zu Anerkennung von Müttern zu schaffen, an dem sie für ihre Mühen geehrt werden. Präsident Woodrow Wilson ließ den Muttertag 1914 in den USA national anerkennen.

In Deutschland gewann der Muttertag erstmals zu Zeiten des Nationalsozialismus an großer Bedeutung. Er wurde zum Zwecke der Propaganda genutzt. Es wurden Mutterweihen durchgeführt und der Mutterorden wurde an die Frauen mit den meisten Kindern verliehen.

Sie sind unsere Verkosterinnen, wandelnde Terminplaner, Taxifahrerinnen, Lehrerinnen, Beraterinnen, Krankenschwestern, Seelsorgerinnen und Psychotherapeutinnen. Sie verjagen die Monster unter unserem Bett und reden mit unseren imaginären Freunden. Später zwingen sie uns zur Erledigung unserer Hausaufgaben und nörgeln, wenn wir zu spät oder unmöglich gekleidet aus dem Haus gehen. Und sind wir dann erwachsen, beraten sie uns, helfen bei den Steuern und machen einfach immer noch die besten Bratkartoffeln. Mütter sind wahre Alleskönner und verdienen Respekt und Wertschätzung. Was wären wir nur ohne sie?

Zumindest nicht auf der Welt.

Verschiedene Länder haben verschiedene Sitten

In Portugal war der Dia das Mães bereits letzten Sonntag, wie auch in Spanien, Südafrika und Ungarn. Der portugiesische Fußballer Christiano Ronaldo gratulierte seiner Mutter mit einem gemeinsamen Bild auf Instagram und Twitter.

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Love you❤️ #happymothersday

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In Israel wird am 30. des Monats Schwat (Januar/Februar) anstelle des Muttertages am ‚Tag der Familie‘ die familiäre Bindung gefeiert. Und in Thailand feiert man den Muttertag dagegen am 12. August zusammen mit dem Geburtstag der langjährigen Königin Sirikit als Mutter der Nation. Der Tag ist seit 1976 auch ein nationaler Feiertag. Ein klassisches Geschenk ist die Jasminblume, sie symbolisiert bedingungslose Liebe.

Auch die Deutschen drücken ihre Dankbarkeit den Eltern gegenüber gerne mit Blumen aus: Der Deutsche gibt im Durchschnitt 14 Euro für seinen Muttertagsstrauß aus, so der Fachverband der Deutschen Floristen. Viele Restaurants und Cafés bieten heute ein langes und ausgiebiges Muttertags-Frühstück an und die Blumenläden geben noch einmal alles. Für viele Mütter ist es ein Tag mit willkommenen Abwechslungen. Und egal, ob es ein gekauftes oder selbstgebasteltes Geschenk ist – auch wenn sie eigentlich gar nichts wollen – freuen sie sich insgeheim ja doch über eine kleine Geste.

Der Muttertag ist ein Anlass, außerhalb des Alltags Zeit mit der Familie zu verbringen. Obwohl es ein spezieller Tag ist und es diesen eigentlich nicht brauchen sollte, um seiner Mutter zu danken, ist es doch ein schöner Brauch und für den einen oder anderen eine kurze Erinnerung, Zeit mit wichtigen Menschen zu verbringen. Wie man den Tag nun gestaltet, ruhig Zuhause oder etwas gönnerischer beim großen Brunch, ist jedem selbst überlassen. Doch überall auf der Welt gilt: Der Muttertag ist eine geeignete Gelegenheit für die ganze Familie zusammenzukommen, um der Mutter zu zeigen, wie lieb man sie doch hat.

Wissenswertes zum Muttertag:

  • Diese Länder feiern mit uns Muttertag am 2. Sonntag im Mai: Deutschland, Schweiz, Österreich, Australien, Belgien, Brasilien, Dänemark, Finnland, Italien, USA, Japan, Kanada, Neuseeland, Taiwan, Türkei
  • Den ersten deutschen Muttertag gab es 1923
  • 85 Prozent der alleinerziehenden Eltern in Deutschland sind Frauen (Statistisches Bundesamt)
  • 2015 wurden rund 738 000 Kinder in Deutschland geboren (Statistisches Bundesamt)

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