Bubblewrapwaffle: Ist sie der Hype wert?

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Vierstimmig-Autorin Melina testet die Süßspeise in London in Chinatown. Fotos: privat

London. Seit einer Weile wird auf den Sozialen Medien die Bubblewrapwaffel aus London gehypt. Besonders das im März veröffentlichte Video von dem Online-Magazin „Time Out London“ hat große Wellen geschlagen. Es hat über 20 Millionen Aufrufe bei Facebook und über 50.000 Aufrufe auf Instagram. Noch immer wird es fleißig geteilt und kommentiert.

So neu ist diese Süßspeise aber dann doch nicht. Auf der Homepage erzählt „Bubblewrapwaffle“ die Geschichte dieser Waffel. In den frühen 1950er Jahren gab es sie zum ersten Mal in Hong Kong und ist seitdem ein beliebter Snack.

Als ich auf meinem Wochenendtrip in London Chinatown besucht habe, ist mir auf einmal diese lange Schlange aufgefallen, die bis in die Mitte der Straße reicht. Neugierig schaue ich mich um, um heruszufinden was das Interesse der Menschen weckt. Sie alle stehen vor einem kleinen unscheinbaren Laden. Bubblewrap.

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Es gibt eine lange Schlange vor dem „Bubblewrap“-Geschäft. Foto: Melina Seiler

An der Menschenmenge vorbeigedrängelt, schaffte ich es ins Schaufenster zu gucken. Dort sehe ich mehrere Menschen, die Waffeln zubereiten. Teamwork: Einer gibt den Teig in die runden Waffeleisen und übergibt die fertige Waffel danach an den nächsten Mitarbeiter. Dieser lässt sie abkühlen, um dann später Eis, Früchte, andere Beläge und Soße hinzuzufügen.

30 Minuten gewartet

Der Raum ist schmal, aber lang. Etwa ein Meter Platz ist vor der Theke. Dort stehen Menschen in zwei Reihen Schlange. Die äußere Reihe geht nach hinten durch, um dort an der Kasse zu bestellen und zu bezahlen. Danach können sich die Menschen in die andere Richtung zum Ausgang stellen, um kurz vor der Tür ihre fertige Waffel entgegen zu nehmen. Es ist wahnsinnig eng und stickig. Trotzdem stehen Menschen an. Die Schlange wird nicht kürzer, eher immer noch länger. Auch ich habe 30 Minuten gewartet.

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Ein Blick durch das Fenster zeigt wie die Waffeln gemacht werden. Foto: Melina Seiler

„Bubblewrapwaffle“ bietet acht Kreationen an, die man bestellen kann. Viel beliebter ist allerdings die selbst erstellte Waffel. Man sucht sich zuerst die Eissorte aus, dann eine Frucht (Erdbeere, Himbeere oder Banane). Danach kann man beispielsweise zwischen Oreokeksen, weißer Schokolade oder Nüssen wählen und im Anschluss die Soße aussuchen. Ich habe mich für die Eissorte Erdbeerkäsekuchen, die Frucht Erdbeere, Oreokekse und Nutella als Soße entschieden.

Während ich warte, betrachte ich die drei Tafeln, die über der Theke hängen. Eine erklärt in welchen Schritten man seinen eigenen Bubblewafflewrap kreieren kann, die zweite zeigt die acht hauseigene Kreationen und die letzte ist ein amüsanter Leitfaden, der zeigt, was man alles nicht mit der Waffel anstellen sollte. So soll man sie weder Kopfüber halten oder die Verpackung als BH benutzen. Einen Heiratsantrag darf man mit ihr allerdings stellen.

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Drei Tafeln hängen über der Theke und liefern wichtige Informationen. Foto: Melina Seiler

Als ich es nach 30 Mintuen nervigem Warten endlich nach draußen geschafft habe, will ich dieses Kunstwerk einer Waffel natürlich erst einmal fotografieren, bevor ich es esse. Etwas, das übrigens fast alle Menschen machen, die mit ihrer fertigen Waffel den Laden verlassen. In unserer heutigen Welt, wo wirklich alles online gepostet wird, keine Überraschung. Allerdings bin ich zunächst gar nicht dazu gekommen, ein Foto zu machen. Ich habe gerade einen Schritt auf die Straße gesetzt, als ein fremder Mensch meine Hand mit dem Handy zur Seite schiebt und selbst ein Foto knipst. Die Frage danach, ob er diese Waffel mal fotografieren darf, hat er zeitgleich zum Fotomachen gestellt. Ich bin völlig perplex.

„Can I take a picture please?“

Als ich den zweiten Anlauf wage, um meinerseits ein Foto zu knipsen, bin ich ein paar Meter weitergegangen zu einer etwas ruhigeren Ecke. Auch dort erscheint auf einmal ein Mensch, der ein Foto machen will: Can I take a picture please?“, fragt der Familienvater. Mutter und drei Kinder stehen daneben und bestaunen fasziniert die Waffel. Ich kann nicht wirklich fassen, dass dieses merkwürdige Ereignis gerade zum zweiten Mal passiert ist. Auch als ich längst begonnen habe, die Waffel zu essen, starren noch immer viele Menschen und einige erkundigen sich, wo es sie gibt und was sie kostet. Eine so große Faszination hätte ich nie im Leben erwartet.

Die Waffel war sehr köstlich

Je nach Belag kostet die Waffel sechs bis acht Pfund. Nicht gerade ein Schnäppchen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass Speisen in der UK teurer sind als in Deutschland und in einer Großstadt erst recht, nicht so besonders. Viel wichtiger als der Preis ist natürlich der Geschmack. Ähnlich lang wie ich warten musste zu probieren, zögert auch dieser Text mein Feedback heraus. Die Waffel war sehr köstlich. Gefüllt mit dem Lieblingsbelag und Eis kann ja kaum viel schiefgehen. Aber auch die Waffel selber war toll. Knusprig und nicht zu süß. Besonders cool sind natürlich die „Kugeln“, die es erst zulassen, dass die Waffel so viele knusprige Stellen hat. Könnte ich sie irgendwo nochmal bekommen, würde ich sie auf jeden Fall erneut essen. Aber extra dafür nochmal so lange warten, nein das würde ich nicht tun. Das macht man nur beim ersten Mal.

 

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