Wer nicht wählen geht, soll sich auch nicht beschweren!

Ein Kommentar.

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Am 14. Mai finden in NRW die Landtagswahlen statt. Foto: pixabay

In diesem Jahr fanden bereits wieder einige Wahlen statt, egal, ob im Ausland oder auch hier in Deutschland. In der Türkei wurde über das Referendum abgestimmt und in Frankreich ein neuer Präsident gewählt. Auch in Deutschland gab es in diesem Jahr schon Wahlen – die Landtagswahl in Saarland fand am 26. März und die in Schleswig-Holstein am 7. Mai statt.
In diesem Jahr folgen noch weitere wichtige Wahlen: Im Juni zum Beispiel die Parlamentswahlen in Großbritannien und Frankreich. Doch auch in Deutschland stehen noch wichtige Wahltermine bevor. So finden am kommenden Sonntag die Landtagswahlen im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen, und im September, die Bundestagswahlen statt.

Die Landtagswahlen im letzten Jahr in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern gingen bereits enttäuschend aus. Überall erhielt die Partei „Alternative für Deutschland“ (AfD) so viele Stimmen, dass sie von nun an im jeweiligen Landtag vertreten sind. Diese Ergebnisse führten zu vielen Diskussionen und viele beschwerten sich darüber.

Fehlende Eigeninitiative

Besonders die Resultate in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern waren besorgniserregend und wurden viel diskutiert. Die AfD erhielt in beiden Bundesländern die zweitmeisten Stimmen. Doch woran liegt es? Sind diese Bundesländer besonders rechtsextremistisch oder wurden die Wahlberechtigten zu wenig aufgeklärt? Der Osten des Landes gilt als etwas rechtsextremistischer, ja. Jedoch kann dies nicht der einzige Grund sein. Immerhin haben auch „Die Linken“ viele Stimmen bekommen. Meiner Meinung nach liegt es daran, dass zu wenig Aufklärungsarbeit geleistet wird. Die AfD verspricht viele Dinge und beteuert immer wieder, dass sie nicht rechtsextrem sei. Doch spätestens, wenn man sich das gesamte Wahlprogramm ansieht, merkt man, dass dies nicht stimmt. So heißt es zum Beispiel, dass der Islam „nicht zu Deutschland“ gehöre und Deutschland für die eigenen Grenzen „einen flächendeckenden deutschen Grenzschutz unter dem Dach der Bundespolizei aufbauen“ solle. Viele Wahlberechtigte informieren sich vor einer Wahl nicht ausreichend. Sie haben keine Lust dafür ihre Zeit zu opfern und lesen sich, wenn überhaupt, nur die Aussagen auf den Wahlplakaten durch. Man hinterlässt bei der Wahl anschließend ja sowieso nur ein Kreuz, deshalb lohnt sich der Aufwand nicht, denken viele. Doch er lohnt sich! Wer wählen möchte, sollte sich vorher informieren.

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Es ist wichtig zur Wahl zu gehen, allerdings muss man sich vorher informieren bevor man sein Kreuz hinterlässt. Foto. pixabay

Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung wird jedem dafür immer wieder gerne ans Herz gelegt. Ich persönlich halte davon als Wahlempfehlung nichts, als Informationsquelle hingegen ist er sehr gut. Man muss zunächst 38 Fragen beantworten. Zur Auswahl stehen die Antworten „Stimme zu“, „Neutral“ und „Stimme nicht zu“. Anschließend kann man die Thesen, die einem am wichtigsten erscheinen, markieren. Diese werden bei der Auswertung dann doppelt gezählt. Zuletzt kann man bis zu acht Parteien auswählen, die miteinander verglichen werden. Daraufhin wird die Übereinstimmung seiner vorherigen Aussagen mit den Thesen der Parteien in Prozentzahlen aufgeführt. Man sollte dieses Ergebnis jedoch nicht als Wahlempfehlung nehmen und den Wahl-O-Maten beenden, denn man hat danach noch die Möglichkeit, die Antworten und Begründungen der Parteien zu den jeweiligen Thesen zu sehen und zu vergleichen. Die zuvor markierten Thesen bleiben auch dann noch markiert. Man kann also auch Thesen überspringen und sich nur seine höher gewichteten Punkte ansehen. So kann man nachvollziehen, warum die Antwort der Partei so ausgefallen ist. Entweder man versteht die Begründung und stimmt dem zu oder eben nicht. Dieses Vorgehen ist also perfekt, um die Hauptpunkte der Wahlprogramme kurz und kompakt lesen zu können, ohne sich jedes einzelne Wahlprogramm durchlesen zu müssen.

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Der Wahl-O-Mat bietet die Möglichkeit sich zu informieren. Foto: wahl-o-mat.de

Das klingt zwar nach viel Aufwand, doch ist dieser Aufwand wichtig. Nur so kann jeder wirklich sehen, für wen er seine Stimme abgibt. Denn wenn man sich vorher nicht informiert und einfach einer Partei die Stimme gibt, wo man mal ein, zwei Aussagen gehört hat und diese für gut befand, wird man es nach der Wahl wahrscheinlich bereuen, weil sich herausstellt, dass diese Partei doch nicht die eigenen Interessen vertritt. Natürlich wird höchstwahrscheinlich keine Partei dabei sein, die wirklich in jedem Punkt deiner Meinung ist. Doch es wird bestimmt eine geben, wo es annähernd der Fall ist und zumindest die wichtigsten Punkte übereinstimmen.

Nutze deine Stimme

Ein weiterer Grund, warum die Ergebnisse der Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern so ausfielen, war sicherlich die geringe Wahlbeteiligung. Gerade einmal 61,1 Prozent der Wahlberechtigten in Sachsen-Anhalt gaben ihre Stimmen ab. Auch in Mecklenburg-Vorpommern waren es nur 61,6 Prozent. Das ist viel zu wenig! Jeder sollte seine Stimme nutzen. Viele denken sich: „Meine Stimme bringt doch eh nichts. Letztendlich gewinnen doch sowieso die Falschen.“ Mag sein, dass eine einzelne Stimme nicht der Ausschlaggebende Punkt ist, doch wenn viele so denken, fällt es ins Gewicht. Wenn von 100 Personen nur 61 wählen gehen und die meisten davon die AfD sympathisieren, ist es klar, dass solche Ergebnisse entstehen. Wenn die restlichen 39 Leute hingegen ebenfalls zur Wahl gehen und nicht für die AfD stimmen, könnte es zwar sein, dass die AfD in den Landtag kommt, jedoch nicht so viele Mandate besetzt. Es gibt also keine Ausrede, nicht zur Wahl zur gehen. Denn selbst wenn man am Tag der Wahl im Urlaub sein sollte, gibt es immer noch die Möglichkeit der Briefwahl. Auch ich befinde mich gerade im Ausland und habe trotzdem schon gewählt. Es ist möglich, wenn man nur will.

Wenn am Ende der Wahl trotzdem ein enttäuschendes Ergebnis herauskommt, kann man sich gerne darüber aufregen und beschweren. Aber bitte nur die, die auch wirklich zur Wahl gegangen sind und sich vorher informiert haben. Alle anderen sollten sich lieber zuerst an die eigene Nase fassen und beim nächsten Mal auch ihr Kreuz hinterlassen!

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