Wann und wo ich wahre Freunde fand

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Wahre Freunde zu finden ist manchmal gar nicht so einfach. Foto: pixabay

Schon 1930 sang unter anderem Heinz Rühmann in „Die drei von der Tankstelle“ folgendes: „Ein Freund, ein guter Freund, das ist das Schönste, was es gibt auf der Welt. Ein Freund bleibt immer Freund, und wenn die ganze Welt zusammenfällt.“ Für mich ein Satz, in dem viel Wahrheit steckt. Es gibt doch kaum etwas Schöneres als gute Freunde, doch gute und vor allem wahre Freunde zu finden, ist gar nicht so leicht. Wo und wann ich diese gefunden habe, habe ich hier zusammengefasst.

Im Kindergarten- oder Spielgruppenalter beginnen die ersten Freundschaften. Doch ich fand meine allererste und noch heute beste Freundin durch unsere Eltern und viel früher. Sie ist drei Tage jünger als ich und wurde im selben Krankenhaus wie ich geboren. Unsere Mütter haben sich so gut verstanden, dass erst zwischen ihnen und dann zwischen meiner besten Freundin und mir eine tiefe Freundschaft entstand. Nach vielen schönen Momenten und teilweise Jahren, in denen wir nur wenig Kontakt hatten, feiern wir dieses Jahr 24-jähriges Freundschaftsjubiläum. Noch immer sind wir auf einer Wellenlänge und verstehen uns blendend. Nie hatte ich das Gefühl, dass wir uns jemals komplett aus den Augen verlieren, das war bei anderen Freundschaften allerdings der Fall: ich habe mit keinem meiner Kindergartenfreunde Kontakt und kann mich auch kaum noch an sie erinnern. Klarer sind da meine Erinnerung an die Grundschulfreunde. Dort bemerkte ich zum ersten Mal, dass nicht alle nur dein Bestes wollen. Schon dort realisierte ich früh, dass ich nicht alles erzählen sollte, da diese Infos direkt weitererzählt werden und man früher oder später ausgeschlossen werden kann. Da ich nach der Grundschule auf eine andere Realschule wechselte als mein damaliger Freundeskreis, suchte ich mir neue Schulfreunde und wurde unter anderem schnell in einem Nachbarsmädchen fündig, zu der ich bis vor ein paar Jahren auch noch Kontakt hatte. In der Realschule fand ich allerdings schnell heraus, dass sich Gruppen bilden und somit diese Gruppendynamik herrscht: Entweder du bleibst in der einen Gruppe, wechselt ständig hin und her (wahrscheinlich mit viel Aufwand verbunden) oder bleibst alleine. Ich lernte verschiedene Freundschaftsgruppen kennen. In einer Freundschaft kommt es für mich auf folgende Kriterien an:

Freunde…

  • hören zu und interessieren sich für das, was du erzählst
  • sind ehrlich und lästern nicht, sobald du den Raum verlässt
  • freuen sich für dich und sind nicht neidisch
  • sind da, wenn man sie braucht und hören zu
  • kennen deinen Geburtstag und vergessen ihn nicht
  • liegen mit dir auf einer Wellenlänge und mögen eventuell sogar die gleichen Dinge wie du
  • deine Eltern mögen sie oder akzeptieren sie zumindest

Ich wurde in einigen Punkten enttäuscht, weshalb ich vor ein paar Jahren meine Freunde aussortiert und den Freundeskreis verkleinert habe. Wer braucht schon Freunde, die nicht zuhören und sich nicht einmal nach dir erkundigen, obwohl du dies immer tust? Oder wer braucht Freunde, die jeden Satz mit „Ja, aber…“ beginnen, weil sie dich übertrumpfen wollen? Ebenso wenig braucht man Freunde, mit denen man keinerlei Interessen teilt. Dann kann es ganz schön schwierig werden, einen Nachmittag miteinander zu verbringen. Ich habe mich teilweise von meinem Freundeskreis getrennt, weil wir keinerlei gleiche Interessen oder Gesprächsthemen mehr teilen konnten. Ich war ihnen sozusagen entwachsen. Nach meiner Ausbildung bin ich für mein Studium nach Iserlohn gezogen und somit war das Kontakthalten sowieso schwieriger geworden. Ich habe mich weiterentwickelt, bin erwachsen geworden, während die anderen einfach stehen geblieben sind und bei ihnen keine Entwicklung zu sehen war. Das war der Hauptgrund: wir konnten einfach nichts mehr miteinander anfangen.

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Ein Freundeskreis, der aus wahren Freunden besteht, ist wie ein Geschenk. Foto: pixabay

Meine besten Freundinnen habe ich in der Berufsschule während meiner Ausbildungszeit, in meinem Ausbildungsbetrieb und mit Beginn meines Studiums kennengelernt. Wir alle sind auf einer Wellenlänge, haben uns entwickelt, lernen fast täglich Neues und teilen ähnliche Interessen. Wir hören einander zu, interessieren uns für einander und sind ehrlich. Wir können lachen, auch mal richtig viel Mist quatschen, aber sind auch für ernste Gespräche zu haben. Ich bin dankbar, dass ich einen Freundeskreis habe, auf den ich zählen und mich immer verlassen kann.

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