#2 Internationale WG: Reis und Kartoffeln mit Butter?

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So frisch wird in meiner WG-Küche nur selten gekocht. Foto: pixabay

In unserem letzten Blogeintrag hat Desiree schon wunderbar das Zusammenleben in einer internationalen WG dargestellt und die verschiedensten Facetten beschrieben. Ich möchte mich einem ganz besonderen Thema widmen: dem Kochen. Wer mich kennt, weiß: Vera und Kochen? Nein, ich bin wahrhaftig keine Meisterköchin und bis vor etwa zwei Jahren habe ich nicht mehr zustande gebracht als Gemüsepfannen oder Rührei. Doch da ich für mein Studium aus dem elterlichen Haus ausgezogen bin, musste ich mich irgendwie versorgen und inzwischen kann ich mich immerhin so gut versorgen, dass ich satt werde und mit meinem Werk zufrieden bin. Doch, dass es Menschen gibt, die noch weniger Talent als ich beim Kochen haben, habe ich erst bemerkt als ich für mein Auslandssemester in Brighton in eine internationale WG gezogen bin.

Meine größte Sorge jeden Morgen: Ist der Tisch in der Küche auch sauber, sodass ich daran frühstücken kann? Denn Sauberkeit ist meinen sieben Mitbewohner/innen ein Fremdwort. Ich wohne hier mit drei Britinnen, zwei Griechinnen und zwei Amerikanern (weiblich und männlich). Leider haben vier meiner Mitbewohner (die Amerikaner, zwei Britinnen und eine Griechin) keinerlei Talent darin ihre Teller, Töpfe oder das Besteck zu spülen, sodass ich morgens oftmals als erstes genervt in die Spüle gucke und feststellen muss, dass mal wieder nichts gespült wurde. Wie oft habe ich schon den Mist einfach mitgespült und sogar weggeworfen, weil die Teller bereits Schimmel gebildet hatten. (Keine Sorge, keiner hat sie jemals vermisst.) Nun gut, genug über dreckiges Geschirr geärgert.

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Mein erster Blick am Morgen geht genervt in Richtung Spüle. Foto: Vera Brüssow

Am schlimmsten sind übrigens meine amerikanischen Mitbewohner: sie kennen kein Mülltrennungssystem, räumen so gut wie nie etwas weg und können kein bisschen kochen.

Zu ihren Lieblingsspeisen gehört folgendes:

  • Reis mit tiefgefrorenem Gemüse und Butter (schnell in der Mikrowelle erhitzt)
  • Pizza
  • Fisch und Chips (natürlich alles vorher tiefgefroren)
  • Kartoffeln mit Butter (in der Mikrowelle zubereitet)
  • Toast mit Rührei
  • Fertiggerichte (besonders beliebt sind hier: „Mashed Potatoes with Sausages“ oder „Chicken Tikka“)
  • Nudeln mit Fertigsauce

Ich habe die beiden noch niemals etwas frisch Zubereitetes essen sehen. Da wir uns zusammen einen Kühlschrank und einen Gefrierschrank teilen, habe ich gut im Blick, was die beiden einkaufen und essen. Eine der beiden Griechinnen ist die einzige in unserer WG, die jeden Tag frisch kocht. Sobald sie in der Küche steht, riecht es angenehm lecker nach Gewürzen und frischen Zutaten. Die Britinnen kochen entweder gar nicht oder machen sich ebenfalls schnell ein Fertiggericht warm. Ich bin jeden Abend und den Morgen danach schon ganz gespannt, welches Meistergericht die Amerikaner zaubern. Eine Situation werde ich nie vergessen und das wird mit Sicherheit der lustigste Moment in der Küche bleiben: als mich meine Eltern besucht haben und wir gemeinsam in der Küche gequatscht haben, bereitete sich der amerikanische Meisterkoch gerade Reis mit Butter zu. Ja richtig, Reis aus der Mikrowelle geschmolzen mit einem großen Stück Butter. Der Blick meiner Mutter, die übrigens für mich eine wahre Meisterköchin ist, war unbezahlbar.

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Mehr oder weniger sauber gespültes Geschirr. Foto: Vera Brüssow

Dass das Zusammenleben in einer WG durchaus spaßig sein kann, merke ich daran, dass ich gerne beobachte, wie sich die Amerikaner oder Britinnen ihre Fertiggerichte zubereiten und mit wahrer Freude essen, da sie das Gefühl haben etwas Großartiges gekocht zu haben

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