Wir sind bunt: Demonstration gegen Nazi-Aufmarsch

Ein Bericht.

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Etwa tausend Menschen demonstrieren gegen Fremdenhass. Foto:Desiree Schneider

Wetzlar. „Bunt statt Braun” – unter dieser Devise versammelten sich heute 1000 Menschen in meiner hessischen Heimatstadt Wetzlar. Sie demonstrierten gegen einen angekündigten Nazi-Aufmarsch mit dem klaren Aufruf: Ihr seid hier unerwünscht!

Der sechste Nazi-Aufmarsch

Unter dem Motto „Nazis entgegentreten – Wetzlar für Solidarität und Vielfalt“ organisierte die Gewerkschaftsjugend Mittelhessen eine öffentliche Gegendemonstration und Kundgebungen gegen die geplante Demonstration der Rechtsextremisten. Es war die sechste rechtsextreme Demonstration im Lahn-Dill-Kreis und bereits die dritte in Wetzlar seit November 2015. Diesmal demonstrierten sie „Für die Zukunft unserer Kinder!“. Im November 2015 zogen circa 150 Rechtsextremisten in einem Fackelzug durch die Wetzlarer Altstadt und im Oktober letzten Jahres gab es eine Demonstration des „Nationalen Aktionsbündnisses Wetzlar“ gegen Flüchtlinge.

Kreidezeichnungen und Luftballons für eine bunte Stadt

Die Gegendemonstration verwandelte Wetzlar in ein buntes Meer aus Herzchenluftballons in allen Farben. Sie begann um 15 Uhr am Bahnhof der Stadt als allgemeiner Treffpunkt und verlief von dort aus, unterbrochen von weiteren geplanten Kundgebungen, durch die ganze Stadt. Die Route war bekannt und durch bunte Ballons erkennbar gemacht. Viele Menschen und Passanten schlossen sich im Laufe der Demonstration an: eine bunte Masse aus rufenden und trällernden Menschen mit farbenfroher Kleidung, Fahnen und Plakaten für Menschenrechte, Demokratie und gegen Extremismus und Faschismus.
Am Tag zuvor hatten die Wetzlarer bereits den Bahnhofsplatz und die Fußgängerzone mit bunten Kreidezeichnungen als Zeichen gegen Fremdenhass verziert.

Die Reichsfahnen und schwarzen Hackenkreuze auf rotem Untergrund der nationalsozialistischen Fahnen waren von Weitem erkennbar, doch ist es zu keinem Aufeinandertreffen der zwei Demonstrationsgruppen gekommen. Die Polizei zeigte Präsenz an jeder Straßenecke. Sie verhalf zu einem friedvollen Demonstrationsverlauf, sodass es keinen Zusammenstoß mit den laut Polizeiangaben rund 100 Nazi-Demonstranten gab.

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