Was wir aus „13 Reasons Why“ lernen können

Ein Kommentar.

Vor knapp einem Monat wurde bei Netflix die Serie „Tote Mädchen lügen nicht“ (Originaltitel: „13 Reasons Why“) veröffentlicht. Die Serie basiert auf dem gleichnamigen Buch von Jay Asher und erzählt die Geschichte von der Highschoolschülerin Hannah Baker, die sich ihr Leben nahm. Das Mädchen hinterlässt auf 13 Kassettenseiten 13 Gründe für ihre Entscheidung. Ihre Kassetten sind an zwölf Personen gerichtet, denen Hannah die Schuld für ihr unglückliches Leben gibt. Ihr Plan: alle zwöf Leute sollen sie sich der Reihe nach anhören und dann an den nächsten weitergeben. Die Serie erzählt die Geschichte aus der Sicht von Hannahs Mitschüler Clay Jensen. Mit ihm zusammen deckt der Zuschauer immer mehr Geheimnisse und tragische Erlebnisse von Hannah und ihren Mitschülern auf.

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Zwischen Elefant, Giraffe und Drache

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Der chinesische Drache ist beeindruckend groß. Foto: Vera Brüssow

Ein einmaliges Lichtspektakel gibt es seit knapp einem Monat im Allwetter Zoo Münster zu sehen: die Sonderausstellung „Chinesische Lichter“. Münster ist der erste Zoo in Deutschland, der nach Ausstellungen in den Niederlanden und Belgien, die Lichtinstallationen präsentiert. Rund 12.000 LEDs erstrahlen in 280 Figuren. An vierzig Stellen im Zoo können Besucher noch bis Ende April die Figuren im chinesischen Design bestaunen. Weiterlesen

Perfekte Lektüre „für alle, die Lust am Denken haben“

VORGESTELLT #Zeitschrift

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Die aktuelle Ausgabe der Zeitrschirft „Hohe Luft“ und ihre „kompakt“ Variante. Foto: Melina Seiler

„Für alle, die Lust am Denken haben“, gibt es die Philosophie-Zeitschrift „Hohe Luft“. Dieser Slogan sagt im Grunde schon alles, was man als potenzieller Leser der Zeitschrift wissen muss. Sie betrachtet aktuelle Themen aus Kultur, Gesellschaft, Politik und Wirtschaft aus philosophischer Sicht. Dazu werden sowohl antike und neuzeitliche Philosophen, als auch Philosophen der Gegenwart herangezogen. Oft werden auch Literaturempfehlungen ausgesprochen, die vorgestellte Themen näher behandeln.

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Mein Weg in den Lokaljournalismus – nicht nur Berichte über Schützenfeste

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Lokaljournalismus kann durchaus spannend sein. Foto: pixabay

Lokaljournalismus hat keinen guten Ruf, er gilt als langweilig, staubtrocken und nicht gerade aufregend. Das wohl größte Vorurteil besteht darin, dass die Praktikanten oder angehenden Journalisten nur über Schützenfeste, Kaninchenzuchtvereine oder Taubenvereine schreiben dürfen. Ich wollte mich vergewissern, was an diesem Gerücht dran ist und entschied mich letztes Jahr dazu, ein Praktikum bei der Lokalzeitung in meiner Heimatstadt zu absolvieren. Weiterlesen

Deutsch-Türken stimmen gegen Demokratie

Des einen Freud ist des anderen Leid.

Flagge

In der Türkei wird zukünftig das Präsidialsystem eingeführt. Foto: Pixaby

Ein Kommentar.

Am Sonntag (16. April) wurde es traurige Gewissheit: Die Verfassungsänderungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan werden durchgeführt und er regiert das Land mit dem sogenannten Präsidialsystem. Das bedeutet, der Präsident kann Entscheidungen treffen, ohne dass das Parlament zustimmen muss. Zusätzlich darf Erdogan Minister ernennen und entlassen. Kurz gesagt: Die Demokratie in der Türkei ist von nun an Geschichte.

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Unterwegs mit den Eltern: Campen im Elsass

Vier Tage Campen. Vier Tage Wandern. Vier Tage Eltern.
Ein Erfahrungsbericht.

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Bonjour de France! Foto: Désiree Schneider

Elsass. Als vermeintlich erwachsene Tochter mit den Eltern in den Urlaub zu fahren, ist ein Erlebnis der etwas anderen Sorte. Eltern und Kind stehen sich nun ebenbürtig gegenüber mit allen Rechten und Pflichten, in meinem Fall auch Dickschädel und Starsinn – ich bin ja immerhin schon 21. Doch egal wie alt man sein mag, Tochter bleibt Tochter und wird auch immer als solche behandelt. Manchmal wie der hauseigene Bimbo, doch meistens im Genuss von kleinen Aufmerksamkeiten und Privilegien, gerade wenn man nicht mehr zu Hause lebt, die Eltern nur sporadisch sieht und wie ich eben erst aus dem Auslandsemester wiedergekehrt ist.
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Es gibt keine Schlampen, ansonsten müsste man ein männliches Pendant dazu erfinden!

Trotzdem flüstern die Köpfe: „Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe!“

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Was ist eigentlich eine Schlampe? Gibt es sie? Foto: Pixabay

Ein Kommentar.

„Frauen, die viele Männer haben, sind Schlampen!“, empörte sich neulich eine junge Frau im Café. Während ich auf meine Freundin wartete, war es unmöglich nicht zu hören, was die aufgebrachte Frau am Nebentisch ihrer Freundin erzählte. „Das ist doch die allgemeine Meinung über eine Frau, die nicht lebt wie eine Nonne, wenn sie in keiner Beziehung ist“, fuhr sie fort. Die Freundin probierte, die andere zu beruhigen, indem sie ihr sagte, dass sie keine Schlampe sei. Aber mich hat der Wortwechsel der Frauen nachdenklich gestimmt.

Viele würden bei dieser Aussage sicher zustimmend mit dem Kopf nicken und andere entsetzt die Augen aufreißen und sagen, dass die heutige Gesellschaft längst über solche altmodischen Vorstellungen hinweg ist. Doch wie sieht es tatsächlich aus? Natürlich macht es einen Unterschied, ob man im tiefsten Bayern fragt, oder in einer Großstadt und natürlich ist auch nicht jede Meinung gleich. Aber Fakt ist, dass längst nicht alle offen und ohne Vorverurteilung dem Thema gegenüberstehen. Was also ist eine Schlampe und gibt es sie überhaupt?

„Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“.

Schlampe ist ein Begriff, der heutzutage viel zu oft achtlos ausgesprochen wird, ohne sich mit der tatsächlichen Bedeutung zu beschäftigen. Eins ist jedoch klar, er ist eine Beleidigung, die eine Frau abwerten soll. Fragt man den Duden nach der tatsächlichen Bedeutung, findet man die Definition „unordentliche, in ihrem Äußeren nachlässige und ungepflegte weibliche Person“ zum einen und zum anderen „Frau, deren Lebensführung als unmoralisch angesehen wird“. In den allermeisten Fällen wird sich der Begriff Schlampe wohl auf letztere Definition beziehen. Es wird allerdings sehr deutlich, wie wage sie ist, denn nirgendwo steht definiert, was in diesem Zusammenhang als unmoralisch gilt. Oft ist Moral bloß ein Ausdruck subjektiver Zustimmung oder Ablehnung. Natürlich bezieht sich Moral immer auf ein Handlungsmuster. Folgt man diesem, handelt man moralisch, wenn nicht dann unmoralisch. Doch in diesem Fall liegt der Moral keine ethische Maxime zu Grunde, die besagt, dass ein bestimmtes Verhalten eine Frau zu Schlampe macht. Die Muster sind immer noch in den Köpfen der Menschen verankert – beim einen mehr, beim anderen weniger.

Verlogene Doppelmoral

Das Verhältnis der Frau zum Sex ist in unserer Gesellschaft also dafür verantwortlich, wie über eine Frau gedacht und gesprochen wird. Viel Sex am – besten auch noch mit verschiedenen Männern – macht eine Frau also zur Schlampe. So lautet die nicht festgeschriebene, aber doch noch in so vielen Köpfen verankerte Meinung. Das ist der Moment, in dem man zwangsläufig die verlogene Doppelmoral erwähnen muss: Wenn zwei das Gleiche tun, ist es noch lange nicht dasselbe. Denn es ist allgemein bekannt, dass Männer, die so handeln, keineswegs in ihrem Ansehen sinken.

Scheinbarer Widerspruch

Letztendlich handelt es sich dabei um eine falsch verstandene Moral, die es schon vor hunderten von Jahren gab, aber einfach nicht verschwinden will, obwohl sie doch im Grunde unlogisch ist. Sie basiert auf dem scheinbaren Widerspruch zwischen der Frau, als emotionales Gefühlswesen, das sich nur nach Romantik sehnt und der Frau, die aktiv Sex will. Doch das ist eigentlich nicht widersprüchlich und auch nicht abstoßend. Menschen sind vielfältig, haben verschiedene Seiten und nehmen verschiedene Rollen ein. Sowohl die Frauen als auch die Männer.

Eigentlich können doch beide Seiten nur gewinnen

Doch die Moral bleibt noch immer spießig und altmodisch. Natürlich ist die Gesellschaft offener und toleranter geworden. Im Vergleich zu früher muss man nicht mehr von sexueller Unterdrückung sprechen. Trotzdem bleiben manche altmodischen Konventionen beibehalten. Damit ist weder den Frauen noch den Männern geholfen. Frauen folgen schlimmstenfalls viel zu selten ihren Wünschen, aus Angst vor Verurteilung und klammern sich an die angebliche Moral. Männer verpassen dabei vielleicht „die“ Frau und schränken sich selbst ein. Eigentlich können doch beide Seiten nur gewinnen. Jeder hat dabei natürlich das Recht, seine eigene Meinung zu haben. Manche Menschen haben nur aus Liebe Sex, andere eben nicht. Doch das gilt es, zu akzeptieren, auch wenn es nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. Kein Grund, jemanden als schlampig oder prüde zu bezeichnen. Aber das Problem gibt es ja in so vielen anderen Bereichen auch und leider gibt es noch immer genug Menschen, die andere Meinungen neben der eigenen nicht gelten lassen.

Ein Mensch mit Bedürfnissen

Mit Wahrheit und Treue hätte man Instanzen, an denen man die persönliche Moral messen kann, wenn eine Frau also lügt und betrügt. Doch eine Frau, die gerne Sex hat – eben nicht eine Frau, die dabei nur betrügt und belügt, das ist ein anderes Paar Schuhe – ist einfach nur ein Mensch mit Bedürfnissen. Übrigens so wie ein Mann auch. Und den würde niemand Schlampe nennen, denn das männliche Pendant dazu wurde noch nicht erfunden.